Elon Musk (links) und Matteo Salvini sprechen während des Lega-Parteitags per Videokonferenz

Entgegen Trumps Zollkurs Musk spricht sich für Freihandelszone mit Europa aus

Stand: 06.04.2025 02:44 Uhr

Trotz des Aufruhrs an den Börsen hält US-Präsident Trump an seiner Zollpolitik fest. Sein Berater Musk schlägt nun ganz andere Töne an - und fordert eine "Null-Zoll-Situation" zwischen Europa und den USA.

US-Milliardär Elon Musk hat sich im Zollstreit für eine transatlantische Freihandelszone ohne jegliche Zölle ausgesprochen. Er hoffe, dass sich die USA und Europa auf eine noch engere Partnerschaft als bisher einigen könnten, sagte der per Video zugeschaltete Chef des Elektroauto-Herstellers Tesla bei einem Parteitag der rechten italienischen Partei Lega.

"Und was die Zölle anbelangt, hoffe ich, dass wir uns auf eine Null-Zoll-Situation zubewegen mit einer Freihandelszone zwischen Europa und Nordamerika", sagte Musk laut italienischer Simultanübersetzung.

Die Zölle und Gegenmaßnahmen der betroffenen Staaten könnten Analysten zufolge zu höheren Produktionskosten für Tesla führen. Das Unternehmen hatte bereits zuvor in einem Brief vor der Einführung von Zöllen gewarnt - dieser war jedoch nicht von Musk unterschrieben.

Trumps Zölle schicken Börsen auf Talfahrt

US-Präsident Donald Trump, der von Musk als Berater unterstützt wird, hatte am Mittwoch ein weitreichendes neues Zollpaket auf den Weg gebracht, das Handelspartner in aller Welt verunsicherte und die Börsen auf Talfahrt schickte. Weitreichende Strafabgaben in Höhe von zehn Prozent traten bereits gestern in Kraft. Auf Importe aus EU-Ländern sind ab kommenden Mittwoch Zölle in Höhe von 20 Prozent fällig.

Angesichts der Turbulenzen in Folge seiner Zollpolitik rief Trump die US-Bevölkerung zum Durchhalten auf. "Bleibt stark, es wird nicht leicht, aber das Endergebnis wird historisch", schrieb er auf seiner Onlineplattform Truth Social.

Verhandlungen über Abkommen liegen auf Eis

Der US-Präsident wirft den internationalen Handelspartnern vor, die USA "über den Tisch zu ziehen". Er stört sich vor allem daran, dass die USA deutlich mehr aus dem Ausland importieren als sie selbst exportieren. Von den Zöllen erhofft sich Trump - entgegen der Einschätzung von Ökonomen - Marktvorteile für amerikanische Produzenten.

Eine Kehrtwende Trumps dürfte trotz Musks überraschendem Vorschlag unwahrscheinlich sein. Die Europäische Union verhandelte mit den USA jahrelang über ein mögliches Freihandelsabkommen. Die Gespräche über das sogenannte TTIP-Abkommen liegen allerdings seit Jahren auf Eis.

Videoschalte mit Salvini

Musk machte seine Äußerungen zur US-Zollpolitik während einer knapp viertelstündigen Schalte mit Lega-Chef Matteo Salvini, der in der Regierung von Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni Verkehrsminister und Vizeregierungschef ist. Musk hat sich wiederholt für Parteien des rechten Spektrums in Europa ausgesprochen.

Heute stellt sich Salvini zur Wiederwahl als Lega-Vorsitzender, er ist einziger Kandidat. Es wird erwartet, dass weitere Politiker des rechtspopulistischen Spektrums wie Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban, der Vorsitzende des französischen Rassemblement National, Jordan Bardella, und der Chef der spanischen Partei Vox, Santiago Abascal, zugeschaltet werden.

Dieses Thema im Programm: Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 05. April 2025 um 09:00 Uhr.