Zahlreiche Neuwagen der Marke Volkswagen stehen zur Verladung im Hafen bereit.

Gestoppte Auslieferungen Wie Autohersteller auf Trumps Zölle reagieren

Stand: 04.04.2025 12:25 Uhr

Nach den Zoll-Ankündigungen von US-Präsident Trump haben die ersten Staaten Gegenmaßnahmen angekündigt. Auch Konzerne etwa aus der Autobranche versuchen, sich auf die neue Situation im Welthandel einzustellen.

Trotz hoher US-Zölle sind Mexiko und Kanada noch in einer relativ komfortablen Situation. Viele der gehandelten Waren und Güter fallen unter USMCA, ein Freihandelsabkommen, das die USA, Mexiko und Kanada während Trumps erster Amtszeit (2017 bis 2021) unterzeichnet hatten. Auf Waren, die nicht unter USMCA fallen, werden nun Zölle von 25 Prozent erhoben. Diese machen etwa die Hälfte aller Ausfuhren aus Mexiko in die USA aus.

Während Mexiko weiter auf Verhandlungen setzt, hat Kanada erste Gegenmaßnahmen angekündigt. Das Land verhängt Gegenzölle auf bestimmte Fahrzeugimporte aus den Vereinigten Staaten. Ottawa werde alle Autos, die nicht im Rahmen des nordamerikanischen Handelspaktes USMCA produziert wurden, mit 25 Prozent Einfuhrgebühren belegen, kündigte der kanadische Ministerpräsident Mark Carney an.

VW hält Fahrzeuge zurück

Erste Reaktionen gibt es auch von den betroffenen Autoherstellern und ihren Zulieferern. So hat VW Berichten zufolge die Auslieferung von Fahrzeugen aus dem mexikanischen Werk Puebla, die per Bahn in die USA gehen, vorübergehend gestoppt. Autos, die per Schiff aus Europa kommen, würden vorerst in den Häfen zurückgehalten, bis sich die Zollsituation stabilisiert habe.

Fahrzeuge, die bereits vor Inkrafttreten der Zölle in die USA importiert wurden, sind nicht von dem Aufschlag betroffen. Im vergangenen Jahr verkaufte die Kernmarke Volkswagen knapp 380.000 Neuwagen in den USA. Das entsprach acht Prozent des weltweiten Absatzes.

Investitionen in Lateinamerika

Der japanische Autobauer Nissan will nach eigenen Angaben zwei in Mexiko hergestellte SUV-Modelle nicht mehr in den USA vermarkten. Nissan "setzt die Bestellungen des Infini QX50 und des QX55" aus, die in einer Fabrik in Mexiko für den US-Markt hergestellt werden, erklärte das Unternehmen. Die Produktion des Nissan Rogue hingegen werde "im Werk in Smyrna, Tennessee, beibehalten, um in den USA ein größeres lokalisiertes Volumen zu erhalten, das von den neuen Zöllen ausgenommen ist", heißt es.

Gleichzeitig fahren Hersteller ihre Investitionen in anderen Ländern hoch. Volkswagen investiert 580 Millionen Dollar in Argentinien. Ab dem Jahr 2027 soll dort im Werk Pacheco bei Buenos Aires ein neuer Amarok-Pick-up ausschließlich für den südamerikanischen Markt gebaut werden, kündigte Europa größter Autobauer an.

Mexiko bleibt "Auto-Hotspot"

Volvo setzt dagegen weiter auf Mexiko. Der schwedische Autobauer kündigte an, seine Investitionen in eine nordmexikanische Lkw-Fabrik im Bundesstaat Nuevo Leon auf eine Milliarde Dollar erhöhen. Volvo hatte bereits im vergangenen August bekanntgegeben, das Unternehmen habe ein Gelände am Rande des Industriezentrums Monterrey in Nordmexiko als Standort für sein neues nordamerikanisches Werk für Lkw ausgewählt. Ohnehin ist davon auszugehen, dass es sich bei den aktuellen Investitionsentscheidungen nicht um eine unmittelbare Reaktion auf Trumps Zoll-Ankündigungen handelt.

Am Ende dürften die US-Verbraucher den Preis für die Zölle zahlen - und das sollen sie auch sehen. Zumindest will VW einem Bericht zufolge in seinen US-Autohäusern die neuen Autozölle auf den Preisschildern ausweisen. Bei Fahrzeugen, die von dem seit heute geltenden 25-Prozent-Zoll betroffen sind, solle am Fahrzeug auf eine mögliche "Importgebühr" hingewiesen werden. Zur Höhe des Aufschlags gibt es noch keine Angaben. Auch andere Hersteller halten sich mit Aussagen zur künftigen Preisgestaltung in den USA zurück.

Dieses Thema im Programm: Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 03. April 2025 um 20:00 Uhr.