NSA Hauptgebäude in Fort Meade, Maryland, USA

Wichtiger US-Geheimdienst Trump feuert offenbar NSA-Chef

Stand: 04.04.2025 10:19 Uhr

US-Präsident Trump hat bereits Tausende Regierungsangestellte entlassen. Auch unliebsame Spitzenkräfte mussten gehen. Nun hat er laut Medienberichten den Chef der NSA gefeuert - einem der größten Geheimdienste des Landes.

Der Chef des US-Geheimdienstes NSA, Timothy Haugh, ist Medienberichten zufolge entlassen worden. Der Grund für die Absetzung des Generals, der erst vor etwa einem Jahr zum Chef der National Security Agency und des Kommandos für elektronische Kriegsführung berufen worden war, sei unklar, berichteten die Washington Post und der Fernsehsender NBC unter Berufung auf Insider.

Auf kleinen Posten im Pentagon versetzt

Auch Haughs Stellvertreterin Wendy Noble wurde demnach auf eine Stelle im Büro des Unterstaatssekretärs für Nachrichtendienste im Pentagon versetzt.

Laut den Berichten wurde der stellvertretende Leiter des US-Cyberkommandos, William Hartmann, zum neuen NSA-Direktor ernannt, und Sheila Thomas, die Geschäftsführerin der NSA, zu seiner Stellvertreterin. Eine offizielle Bestätigung für die beiden Personalien gab es zunächst nicht.

Kritik von Demokraten

Die NSA ist einer der größten Geheimdienste in den USA und untersteht dem Verteidigungsministerium. Die Behörde ist für die Überwachung und Entschlüsselung elektronischer Kommunikation zuständig.

Aus dem Lager der Demokraten im US-Repräsentantenhaus kam umgehend Kritik an der Personalie. Die Entlassung Haughs gefährde die Sicherheit des ganzen Landes, sagte Jim Himes, einer der führenden Köpfe im US-Verteidigungsausschuss, laut NBC. Er forderte demnach eine sofortige Erklärung für die Entscheidung.

Trump entlässt reihenweise Spitzenpersonal

Der Luftwaffengeneral Haugh war seit 1991 für das Pentagon tätig. Auch wenn es üblich ist, dass eine neue Regierung Gefolgsleute in Spitzenpositionen unterbringt, geht Trump weiter als viele seiner Vorgänger. So hatte seine Regierung etwa im Februar sechs Top-Führungskräfte im Pentagon entlassen, darunter den Generalstabschef der US-Streitkräfte, Charles Q. Brown. Bei bisherigen Regierungswechseln war die Besetzung des Generalstabschefs üblicherweise beibehalten worden.

Auch die erste Frau an der Spitze der US-Marine, Lisa Franchetti wurde gefeuert. Gründe wurden für beide Entscheidungen nicht genannt. In der Folge übten fünf ehemalige Verteidigungsminister Kritik - darunter James Mattis, der in Trumps erster Amtszeit Pentagon-Chef war. Sie wandten sich unter anderem an den US-Kongress und forderten die Verantwortlichen dort auf, die Neubesetzung der Top-Posten zu verweigern. Zugleich kritisieren sie Trumps Vorgehen in scharfem Ton: "Seine Handlungen untergraben die Truppe und schwächen unsere nationale Sicherheit."

Schon in seiner ersten Amtszeit hatte Trump binnen kurzer Zeit Spitzenpersonal entlassen, darunter etwa FBI-Chef James Comey.

Dieses Thema im Programm: Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 04. April 2025 um 14:11 Uhr.