Donald Trump
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Welthandel Es wird Zeit für neue Partnerschaften

Stand: 03.04.2025 12:47 Uhr

Trump denkt, mit Zöllen "befreie" er die Vereinigten Staaten und deren Wirtschaft. Das genaue Gegenteil könnte der Fall sein - und am Ende Europa als Gewinnerin dastehen.

Ein Kommentar von Markus Gürne, HR

Über Donald Trump heißt es oft, er sei ein Dealmaker, jemand der weiß, wie man ein gutes Geschäft macht. Organisationen wie etwa die Vereinten Nationen oder die Welthandelorganisation interessieren ihn dabei ebenso wenig wie die internationale Ordnung.

Beispiel Welthandel: Strukturen dieser Art sind ihm zuwider. Produkte aus Kanada, China, der EU wie deutsche Autos: Sie sind das Böse. Und von diesem Bösen will er die USA befreien. Er hat den Willen dazu, das Präsidentenamt gibt ihm die Macht, das Werkzeug heißt Zoll.

Allerdings könnte es sein, dass er sich da täuscht. Denn mit den Zöllen gegen viele - oder noch besser: gegen alles - trifft er bisherige Handelspartner hart, das stimmt. Nur wird er die USA und deren Bürger, die er laut Amtseid schützen soll, ebenso treffen. Dort werden die Preise steigen, der Wohlstand sinken - und die Auswahl an Waren wird kleiner werden. 

Ein Indiz: Europäische Aktien sind gefragt

Europa und Deutschland wird der von Trump eskalierte Zoll- und Handelskonflikt erst einmal hart treffen, keine Frage. Ob aber Europa aus diesem Konflikt insgesamt geschwächt hervorgeht, das ist nicht ausgemacht. Wenn die USA als Handelspartner ausfallen, wird es Zeit, neue Partnerschaften zu suchen und Bündnisse zu schmieden: Freihandelsabkommen wie Mercosur, CETA oder eines mit Indien. 

Einen Hinweis, dass das alte Europa bei diesem Handelskonflikt am Ende ganz gut dastehen kann, liefern die Finanzmärkte. Dort, wo die Zukunft gehandelt wird, sieht man seit geraumer Zeit Aufwind. Europäische Aktien sind gefragt, während die US-Indizes schwächeln. Das geht vor allem auf das Konto von Donald Trump. Dealmaker - schön und gut. Aber ob der Dealmaker auch weitsichtig ist, ist nicht überliefert.

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Dieses Thema im Programm: Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 03. April 2025 um 09:00 Uhr.