Karte Syrien mit der Region Daraa und den Orten Nawa, Damaskus, Tiyas und Hama
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Nahost ++ Tote nach israelischen Angriffen in Syrien ++

Stand: 03.04.2025 21:55 Uhr

Syrische Behörden melden mehrere Tote nach israelischen Luftangriffen an unterschiedlichen Orten des Landes. Israels Verteidigungsminister Katz nannte die Angriffe eine "klare Botschaft und Warnung für die Zukunft". "

Die wichtigsten Entwicklungen

Damit schließen wir den Liveblog für heute. Vielen Dank für das Interesse.

Bei einem israelischen Raketenangriff in der Stadt Gaza sind nach Angaben von Krankenhausmitarbeitern mindestens 27 Palästinenser getötet worden. Weitere 70 erlitten demnach Verletzungen. Zuvor war von 21 Toten berichtet worden.

Drei Geschosse trafen eine ehemalige Schule, die als Vertriebenenlager dient, wie Vertreter der von der Terrormiliz Hamas kontrollierten Sicherheitskräfte sagten. Unter den Opfern sollen auch Frauen und Minderjährige gewesen sein. Der ebenfalls von der Hamas kontrollierte Zivilschutz sprach von 31 Todesopfern.

Die israelische Armee bestätigte den Angriff in der Stadt Gaza. Er habe einer Kommandozentrale der Hamas gegolten, in der sich zum Zeitpunkt des Angriffs "prominente Terroristen" aufgehalten hätten. Das Militär habe zuvor Maßnahmen ergriffen, um den Schaden für unbeteiligte Zivilisten minimal zu halten. 

Konfliktparteien als Quelle
Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch Konfliktparteien können in der aktuellen Lage zum Teil nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.

Israel hat eine Untersuchung zum tödlichen Angriff auf mehrere Krankenwagen im Gazastreifen eingeleitet. Bei den Ermittlungen zu dem Vorfall am 23. März gehe es darum, ein genaues Bild der Geschehnisse zu erhalten, um die "Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen, falls es nötig ist, oder die Fakten richtig zu stellen", teilte Militärsprecher Nadav Shoshani mit. Nach seinen Angaben hatten die Soldaten das Feuer auf "Terroristen" eröffnet, die sich ihnen in den Krankenwagen genähert hätten. 

Nach UN-Angaben wurden bei dem Angriff im Süden des Gazastreifens 15 Rettungskräfte und humanitäre Helfer getötet. Der palästinensische Rote Halbmond hatte am Sonntag erklärt, die Leichen von acht Sanitätern, sechs Mitarbeitern der Zivilschutzbehörde im Gazastreifen und eines UN-Angestellten geborgen zu haben. 

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat bei seinem Besuch in Budapest den Rückzug Ungarns aus dem Internationalen Strafgerichtshof gelobt. "Sie haben gerade eine mutige und prinzipientreue Position zum IStGH eingenommen", sagte er nach einem Treffen mit Ungarns Regierungschef Viktor Orban. Zugleich bezeichnete Netanjahu, gegen den ein internationaler Haftbefehl des IStGH vorliegt, den Gerichtshof als "korrupte Organisation".

Die Entscheidung Ungarns sei "wichtig für alle Demokratien", sagte Netanjahu, der trotz IStGH-Haftbefehls nach Ungarn gereist war. "Ich danke Ihnen, Viktor", fügte der israelische Regierungschef hinzu. "Es ist wichtig, dieser korrupten Organisation die Stirn zu bieten."

Die geschäftsführende deutsche Außenministerin Annalena Baerbock hat die Weigerung von Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban kritisiert, den internationalen Haftbefehl gegen seinen israelischen Amtskollegen Benjamin Netanjahu zu vollstrecken. "Das ist ein schlechter Tag für das Völkerstrafrecht", sagte die Grünen-Politikerin am Rande des Treffens der NATO-Außenminister in Brüssel.  Die europäischen Regeln würden für alle EU-Mitglieder gelten, sagte Baerbock. Sie habe immer wieder deutlich gemacht: "In Europa steht niemand über dem Recht. Und das gilt für alle Bereiche des Rechts." Ungarn hatte nach der Ankunft von Netanjahu zu einem Besuch in dem Land angekündigt, es wolle aus dem Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) austreten. Der Grundlagenvertrag des IStGH - das sogenannte Römische Statut - sieht vor, dass ein Austritt ein Jahr nach der schriftlichen Kündigung in Kraft tritt.

Der geschäftsführende Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) fordert eine Rückkehr zur Waffenruhe und Zugang zu humanitärer Hilfe im Gazastreifen. Er sprach von einer "dramatischen Lage" in den palästinensischen Gebieten. Seit einem Monat sei keine Hilfe in den Gazastreifen gelangt. "Viel zu viele Menschen leiden an Hunger und daran, dass die brutale Gewalt anhält und es überall an medizinischer Versorgung fehlt", sagte Scholz nach einem Treffen mit König Abdullah II. von Jordanien.

Scholz forderte auch die Freilassung der verbliebenen Geiseln, die "auf grausame Art und Weise" von der Terrormiliz Hamas gefangen gehalten würden. Es sei wichtig, dass sie freikommen, damit ein Frieden möglich werde. Auch der jordanische König Abdullah II. forderte eine Rückkehr zum Waffenstillstand: "Die humanitäre Tragödie in Gaza ist unbeschreiblich." Der König mahnte Schritte an, um die "gefährliche Situation im Westjordanland" zu verhindern. Dort seien Zehntausende von Palästinenserinnen und Palästinenser aus ihren Dörfern vertrieben worden.

Die US-Armee hat den Jemen nach Angaben der Huthi-Rebellen am Donnerstagmorgen mit einer Welle von mehr als 30 Luftangriffen überzogen. Die "amerikanische Aggression" habe unter anderem die Kommunikationsinfrastruktur in der südlichen Provinz Ibb getroffen und zum Tod eines Funkturmwärters geführt, erklärte der Sprecher des Huthi-Gesundheitsministeriums, Anees Alasbahi, in Onlinemedien. Insgesamt habe die US-Armee "in den vergangenen Stunden mehr als 36 Luftangriffe" in mehreren Teilen des Landes ausgeführt, erklärte der Militärsprecher der Huthis, Jahja Saree, in einer Videobotschaft.

20 Luftangriffe hätten die Provinz Saada getroffen, die Hochburg der Miliz in der bergigen Region im Nordjemen, berichtete der von den Huthis betriebene TV-Sender Al-Masirah. In der Küstenprovinz Hodeida hätten die Huthis eine "amerikanische MQ-9-Drohne" abgeschossen, sagte der Militärsprecher Saree. Überdies habe die Miliz den US-Flugzeugträger USS Harry S. Truman angegriffen. Die US-Regierung äußerte sich zunächst nicht zu den Angriffen.

Der geschäftsführende Bundeskanzler Olaf Scholz erwartet nicht, dass Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bei einem Deutschland-Besuch trotz eines internationalen Haftbefehls verhaftet werden würde. "Dass es zu einer Verhaftung kommt, kann ich mir nicht vorstellen", sagte der SPD-Politiker auf eine entsprechende Frage. Auch CDU-Chef Friedrich Merz hatte angekündigt, dass Netanjahu bei einem Deutschland-Besuch nicht mit einer Verhaftung rechnen müsse

Gegen Netanjahu liegt ein Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen im Gazastreifen vor. Die Mitglieder des Strafgerichtshofs müssten ihn demnach eigentlich festnehmen lassen, wenn Netanjahu entsprechendes Staatsgebiet betritt. Israel weist die Anschuldigungen zurück und bezeichnet sie als politisch motiviert und antisemitisch.

Nach der Bekanntgabe, den Einsatz im Gazastreifen auszuweiten, hat Israel die Evakuierung weiterer Gebiete angeordnet. Unter anderem sollten Bewohner Schudschaija, Dschadida und Al-Turkman verlassen, wie die israelischen Streitkräfte am Donnerstag mitteilten. In diesen Gegenden gehe das Militär mit extremer Härte vor, hieß es in der Mitteilung. Die Betroffenen sollten in Notunterkünfte westlich der Stadt Gaza flüchten.

Israel hat am Mittwoch mehrere Ziele in Syrien angegriffen. Man habe in der syrischen Hauptstadt Damaskus sowie in den Städten Hama und Homs Militärstützpunkte und -infrastruktur attackiert, teilte das israelische Militär mit. Israels Streitkräfte würden in Pufferzonen innerhalb Syriens bleiben und gegen Bedrohungen gegen Israel vorgehen, sagte Verteidigungsminister Israel Katz am Donnerstag. Die Luftangriffe am Vorabend seien "eine klare Botschaft und eine Warnung für die Zukunft - wir werden nicht zulassen, dass die Sicherheit des Staates Israel beschädigt wird."

Bei einer Reihe israelischer Angriffe in der Nacht zum Donnerstag sind nach Angaben von Krankenhäusern im Gazastreifen mehr als 50 Menschen getötet worden. Das Nasser-Krankenhaus in Chan Junis teilte mit, dorthin seien 14 Leichen gebracht worden, darunter fünf Kinder und vier Frauen. 19 weitere Tote, darunter fünf Kinder im Alter zwischen ein und sieben Jahren, meldete das Europäische Krankenhaus nahe Chan Junis. In der Stadt Gaza berichtete die Ahli-Klinik von 21 Toten, darunter sieben Kinder.

Tags zuvor hatte Israel eine Ausweitung seiner Offensive im Gazastreifen und die Schaffung eines neuen Sicherheitskorridors quer durch das Küstengebiet angekündigt. In einer Mitteilung sprach Ministerpräsident Benjamin Netanjahu vom Morag-Korridor und legte damit nahe, dass er zwischen Rafah und Chan Junis verlaufen würde, wo es früher eine gleichnamige israelische Siedlung gab.

Der israelische Außenminister Gideon Saar hat erklärt, Israel sei besorgt über die negative Rolle der Türkei in Syrien, im Libanon und anderen Regionen. "Sie tun ihr Möglichstes, um Syrien zu einem türkischen Protektorat zu machen. Das ist eindeutig ihre Absicht", sagte er laut Nachrichtenagentur Reuters auf einer Pressekonferenz in Paris.

Ungarn wird aus den Statuten des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) austreten. Das teilte der Stabschef von Ministerpräsident Viktor Orban, Gergely Gulyas, am Donnerstag laut amtlicher Nachrichtenagentur MTI mit. "Die Regierung wird das Austrittsverfahren am Donnerstag im Einklang mit dem verfassungsmäßigen und völkerrechtlichen Rahmen einleiten", erklärte Gulyas.

Der Schritt wurde bekanntgegeben kurz nach der Ankunft des israelischen Regierungschefs Benjamin Netanjahu in Ungarn. Gegen Netanjahu liegt ein Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs vor wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen im Gazastreifen. Die ungarische Regierung unter Ministerpräsident Viktor Orban hatte Netanjahu im November eingeladen, nachdem der IStGH den Haftbefehl bereits erlassen hatte.

Das syrische Außenministerium verurteilte die jüngsten israelischen Angriffe im Land als "eklatante Verletzung des Völkerrechts und der syrischen Souveränität". "Diese ungerechtfertigte Eskalation ist ein gezielter Versuch zur Destabilisierung Syriens und erhöht das Leid seiner Bevölkerung", hieß es weiter. Bei den Angriffen sei der Militärflughafen in Hama nahezu vollständig zerstört worden. Dutzende Zivilisten und Soldaten wurden laut Ministerium verletzt.

Bei erneuten israelischen Angriffen in Syrien sind am Donnerstag nach Behördenangaben mindestens neun Menschen getötet worden. Ersten Erkenntnissen zufolge wurden bei dem Beschuss in der Nähe der Stadt Nawa zudem weitere Menschen verletzt, wie die Regierung der Provinz Daraa im Onlinedienst Telegram mitteilten. Es sei das erste Mal, dass die israelischen Streitkräfte so tief in syrisches Territorium vorgedrungen seien, erklärte die Provinzregierung weiter.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete, Zivilisten in der Provinz Daraa hätten sich bewaffnet, nachdem es in den Moscheen Aufrufe gegeben hätte, sich dem Vormarsch der israelischen Truppen entgegenzustellen.

Zuvor hatte die israelische Luftwaffe nach eigenen Angaben "militärische Fähigkeiten" angegriffen, "die in den syrischen Stützpunkten Hama und T4 verblieben sind, sowie weitere verbleibende militärische Infrastrukturen in der Umgebung von Damaskus". Der Nachrichtenagentur Sana zufolge richteten sich die israelischen Angriffe zudem gegen ein militärisches Forschungszentrum in Barseh im Norden von Damaskus. 

Karte Syrien mit der Region Daraa und den Orten Nawa, Damaskus, Tiyas und Hama

Das israelische Militär gab bekannt, bei einem nächtlichen Angriff in der Region Tasil im Süden Syriens mehrere bewaffnete Kämpfer getötet zu haben. Die von der israelischen Armee durchgeführte Operation zielte auf die Zerstörung terroristischer Infrastruktur ab, wie die Armee es bezeichnete, und erbeutete Waffen. Die Armee gab an, sie habe auf Beschuss durch Bewaffnete reagiert.

Trotz eines internationalen Haftbefehls ist der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in Ungarn eingetroffen. Dort trifft er heute Regierungschef Viktor Orban. Dieser hatte Netanjahu vergangenen November eingeladen und ihm garantiert, dass er den internationalen Haftbefehl nicht beachten werde - dabei hat Ungarn das Statut des IStGH selbst ratifiziert.

Der IStGH verdächtigt den rechtskonservativen Politiker, für Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Gazastreifen verantwortlich zu sein. Netanjahu weist die Vorwürfe zurück.

Viktor Orban und Benjamin Netanjahu gehen in Budapest an einer Ehrengarde entlang.

Der ungarische Ministerpräsident Orban empfing Israels Premier Netanjahu in Budapest.

In Beit Lahia im Norden des Palästinensergebiets protestierten wieder Hunderte Menschen gegen die Herrschaft der Hamas und den Gaza-Krieg, wie Anwohner der Deutschen Presse-Agentur berichteten. Die Demonstranten, darunter Kinder und Frauen, hätten die Islamistenorganisation bei dem Protest zwischen Häuserruinen zum Rückzug aufgefordert. Auf Videos, die in sozialen Medien kursieren und die Demonstration zeigen sollen, skandieren Palästinenser "Hamas raus". 

Die Hamas hat nach eigenen Angaben einen weiteren Vorschlag zur Freilassung der Geiseln und einer Waffenruhe im Gazastreifen abgelehnt. Wie die Nachrichtenagentur AFP aus Hamas-Kreisen erfuhr, hat die islamistische Palästinenserorganisation "beschlossen, den jüngsten durch die Vermittler vorgelegten israelischen Vorschlag nicht weiter zu verfolgen". Ein weiterer Hamas-Vertreter bestätigte gegenüber der AFP die Weigerung der militanten Gruppe, auf der Grundlage des jüngsten israelischen Angebots zu verhandeln. Stattdessen sollten die Vermittler und die internationale Gemeinschaft Israel "zwingen", sich auf einen von Ägypten und Katar unterbreiteten Vorschlag einzulassen.

Israels Luftwaffe hat nach eigenen Angaben mehrere Ziele in Syrien angegriffen. Wie das israelische Militär weiter mitteilte, wurden der syrische Militärflughafen in Hama im Westen des Landes und die sogenannte T4-Basis, ein weiterer Militärflugplatz nahe Tiyas, getroffen. Auch in der Hauptstadt Damaskus sei militärische Infrastruktur angegriffen worden. Die syrische Nachrichtenagentur Sana bestätigte die Angriffe, ohne weitere Einzelheiten zu nennen.

Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte soll der Militärflughafen in Hama außer Betrieb gesetzt worden sein. Dort soll es mindestens vier Tote und elf Verletzte gegeben haben. Bei 18 Luftangriffen seien Landebahnen, Kontrolltürme und Flugzeuge getroffen worden. Die Beobachtungsstelle mit Sitz in Großbritannien bezieht ihre Informationen aus einem Netz von Informanten und Aktivisten vor Ort.

19 deutsche Staatsbürger und 14 enge Familienangehörige sind aus dem Gazastreifen nach Leipzig ausgeflogen worden. Bei einem israelischen Luftangriff auf eine UN-Klinik im Gazastreifen gab es nach palästinensischen Angaben mehrere Todesopfer.