Birgit Ameis verschwand vor zehn Jahren nach der Arbeit am Flughafen Hahn spurlos.

Rheinland-Pfalz Verbrechen an Birgit Ameis: Fall auch nach zehn Jahren noch nicht gelöst

Stand: 04.04.2025 06:00 Uhr

Der Fall Birgit Ameis sorgte bundesweit für Aufsehen. Heute vor zehn Jahren verschwand sie nach ihrer Arbeit am Flughafen Hahn spurlos. Fünf Jahre später fand man ihre Leiche. Aufgeklärt ist der Fall bis heute nicht.

Birgit Ameis arbeitete beim Deutschen Wetterdienst am Flughafen Hahn. Nach ihrer Nachtschicht, die am Karsamstag 2015 um 7 Uhr morgens endete, kam die 54-Jährige nie zuhause in Lohmar (Rhein-Sieg-Kreis) an. Ihre Familie meldete sie daraufhin als vermisst.

Pilzsammler finden sterbliche Überreste von Birgit Ameis

Eine Woche später wurde ihr Auto verlassen auf einem Parkplatz nahe Lautzenhausen gefunden, etwa einen Kilometer entfernt vom Flughafen Hahn. Trotz groß angelegter Suchaktionen rund um das Flughafengelände - mit Spürhunden, Hubschrauber und Tauchern, die Gewässer durchsuchten - blieb Birgit Ameis verschwunden.

Fünfeinhalb Jahre später, am 5. November 2020, fanden Pilzsammler in einem Waldstück an der Hunsrückhöhenstraße B327 zwischen Lötzenbeuren und dem Flughafengelände menschliche Knochen. Ein Abgleich des Zahnstatus und persönliche Gegenstände, die am Fundort lagen, bestätigten schließlich die Identität der Toten. Es handelte sich um die vermisste Birgit Ameis.

Intensive Spurensuche mit neuen kriminaltechnischen Methoden

Nach der Entdeckung der sterblichen Überreste nahmen die Ermittlungen der Kriminalpolizei Koblenz wieder Fahrt auf. Mit modernen kriminaltechnischen Methoden hofften die Ermittler, wertvolle Hinweise auf den Täter zu finden. Denn einige Kleidungsstücke von Birgit Ameis waren laut Polizei gut erhalten, auch Gegenstände, die mutmaßlich vom Täter stammten, wurden sichergestellt.

Diese Funde führten zu einer intensiven Spurensuche. Die Polizei betonte damals, es gebe neue Möglichkeiten, auch nach Jahren noch Täter-DNA und andere wichtige Spuren zu sichern.

Polizei bezog die Öffentlichkeit bei der Fahndung mit ein

Bei den Ermittlungen setzte die Polizei erneut auch auf die Unterstützung der Öffentlichkeit. Mit Fahndungsaufrufen, Flyern und Plakaten suchten die Ermittler nach Zeugen, die Hinweise zu dem Fall geben konnten. Auch in der ZDF-Sendung Aktenzeichen "XY Ungelöst" war der Fall Ameis Thema. Die Soko "Hahn" ging allen Hinweisen nach.

Der damalige Leiter der Sonderkommission, Kriminalhauptkommissar Bernd Kreuter, betonte: "Jede noch so unwichtig erscheinende Beobachtung kann dabei für die Ermittler von großer Bedeutung sein." Doch obwohl es laut den Behörden viele Hinweise gab, blieb der Fall ungelöst.

Fall Birgit Ameis: Ermittlungen ruhen

Mittlerweile, zehn Jahre nach dem Verschwinden von Birgit Ameis, ist die Soko "Hahn" aufgelöst. Laut Polizei Koblenz ruht das Verfahren. Ein Polizeisprecher sagte auf SWR-Anfrage, dass es in den letzten beiden Jahren keine weiteren Hinweise mehr gegeben habe. Die polizeilichen Ermittlungen im Fall Birgit Ameis seien deshalb abgeschlossen.

Polizei bittet weiter um Hinweise

Dennoch ist es nicht ausgeschlossen, dass der Täter noch gefunden wird. Eingehenden Hinweisen wird laut Polizei auch nach zehn Jahren noch nachgegangen. Deshalb bitten die Behörden weiter um Zeugenhinweise, sie könnten noch immer entscheidend sein. Wer Informationen oder Beobachtungen zu dem Fall hat, wird gebeten, sich bei der Kriminalwache in Koblenz unter 0261-92156390 zu melden. Details, Bilder und Fragen zu dem Fall hat die Polizei hier veröffentlicht.

Sendung am Fr., 4.4.2025 10:00 Uhr, SWR4 am Vormittag, SWR4

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