
Rheinland-Pfalz Razzia gegen Mafia - Mann im Westerwald festgenommen
Bei einer gemeinsamen Razzia der Polizei in Italien und in vier Bundesländern ist nach Angaben der Ermittler auch ein Mann im Westerwald festgenommen worden.
Mehrere Polizisten hatten am Dienstagvormittag einen Campingplatz in Maroth im Westerwaldkreis durchsucht. Im wenige Kilometer entfernten Dierdorf sei ein Mann festgenommen worden, teilte ein Polizeisprecher mit. Die Durchsuchung stand im Zusammenhang mit der Razzia in vier Bundesländern und in Italien gegen die Mafia und die organisierte Kriminalität.
Deutscher Polizist bei Razzia festgenommen
Bei dem koordinierten Einsatz ist nach Angaben der Ermittler auch ein deutscher Polizist festgenommen worden. Er soll die kalabrische Mafia 'Ndrangheta unterstützt haben, wie Staatsanwaltschaft und Polizei in Waiblingen mitteilten.
Der Polizeibeamte gehöre der Landespolizei Baden-Württemberg an und sei beim Polizeipräsidium Aalen beschäftigt. Gegen den 46 Jahre alten Polizeihauptmeister sei Haftbefehl wegen Geheimnisverrats erlassen worden.
Insgesamt seien bei der Razzia 34 Haftbefehle und 40 Durchsuchungsbeschlüsse in Italien und Deutschland vollstreckt worden, heißt es weiter. Betroffen seien neben Baden-Württemberg auch Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz sowie das Saarland.
Verdächtige sollen Verbindung zur 'Ndrangheta haben
Der Einsatz gehe auf eine seit dem Sommer 2021 bestehende Ermittlungskooperation mit den italienischen Behörden zur Bekämpfung der Mafia und der organisierten Kriminalität zurück. Den Verdächtigen werden Verbindungen zur kalabrischen Mafia 'Ndrangheta vorgeworfen, wie die italienische und die deutsche Polizei weiter mitteilten. Sie sollen am Aufbau einer kriminellen Organisation beteiligt gewesen sein, die auch in Deutschland ihre Ableger haben soll.
Konkrete Vorwürfe: Betrug unter anderem mit Lebensmitteln
Die mutmaßlichen Mafiosi sollen sich zwischen April 2020 und Mitte 2022 unter anderem gegenüber einer Firma in Ungarn und Firmen in Italien als Mitglieder tatsächlicher deutscher Unternehmen aus der Lebensmittelbranche ausgegeben haben.
Sie hätten in großen Mengen Produkte sowie Maschinen für die Herstellung von Pizza bestellt. Die Unternehmen vertrauten auf den guten Ruf und lieferten die Waren in ein angebliches Lager einer nicht existenten Firma aus, wie die Staatsanwaltschaft erklärte. Weil Rechnungen nicht bezahlt und die Produkte an Gastronomen in Deutschland verkauft worden seien, sei ein Schaden von mehreren hunderttausend Euro entstanden. Die Gastronomen hätten um die Mafia-Zugehörigkeit der Anbieter gewusst. Aus Angst seien sie auf den Handel eingegangen, hieß es.
Sendung am Di., 1.4.2025 14:00 Uhr, SWR4 am Nachmittag, SWR4