
Mecklenburg-Vorpommern Märsche zum "Karfreitagsgefecht": Gedenken an Gefallene und Verwundete
Mit Gedenkmärschen haben Soldaten in Mecklenburg-Vorpommern an das sogenannte Karfreitagsgefecht in Afghanistan von 2010 erinnert. Wie in Hagenow, Neubrandenburg und Seltz nahmen auch vom Schweriner Landeskommando Soldaten teil.
15K3 ist das Motto der deutschlandweiten Gedenk- und Spendenmärsche in diesem Jahr. Weil 15 Jahre vergangen sind, hatten die Märsche eine Länge von 15 Kilometern, viele Soldaten schulterten dabei zudem ein Gewicht von 15 Kilogramm. Das "K" steht für den Karfreitag, die "3" für die drei bei dem Gefecht in Afghanistan gefallenen Bundeswehr-Soldaten.
Tödliches Gefecht in Afghanistan
Sie waren die ersten deutschen Soldaten seit dem Zweiten Weltkrieg, die bei Kampfhandlungen gefallen sind. Die Fallschirmjäger sollten Sprengfallen finden und entschärfen. Dann wurden sie aus einem Hinterhalt von Taliban angegriffen. Es war das bis dahin verlustreichste Gefecht der Bundeswehr. Knapp zwei Wochen später werden vier weitere deutsche Afghanistan-Soldaten getötet.
Erinnerung an Opfer von Kampfhandlungen
Mit den für die Soldaten freiwilligen Märschen soll der Opfer gedacht und an jene erinnert werden, die verwundet wurden. Mit dem Marsch sammelten die Teilnehmer auch Spenden zugunsten einer Stiftung für schwer verwundete Soldaten. Begonnen haben die öffentlichen Gedenkmärsche vor fünf Jahren - mit knapp 2.000 Soldaten. Heute sollen es bundesweit mehr als 20.000 Teilnehmer sein.

15K3: Das Symbol des diesjährigen Karfreitagsgefechts-Gedenkmarsches
"Das macht einen schon sehr nachdenklich"
Vom Landeskommando MV in Schwerin nahmen rund 80 Soldaten und Zivilangestellte teil. Der Schweriner Gedenkmarsch führte auch durch die Innenstadt, denn Zivilisten können und sollen die Aktion wahrnehmen. "Es ist ganz wichtig, dass wir rausgehen mit dem, was uns bewegt", sagte ein Teilnehmer. "Sicherheit hat einen Preis."
Nach drei Stunden kehrten die Teilnehmer zurück in die Kaserne. Dort nahmen sie an einer Andacht teil. "Für mich bedeutet das ein Denken und ein Gedenken an alle Verluste, die wir bisher in den Einsatzgebieten erlitten haben - Gefallene, Verwundete, auch an der Seele Verwundete", sagte ein Hauptmann. "Das macht einen schon sehr nachdenklich."
Dieses Thema im Programm:
NDR Fernsehen | Nordmagazin | 02.04.2025 | 19:30 Uhr