
Mecklenburg-Vorpommern Stralsund: Mann zu langer Haftstrafe für Säureangriff verurteilt
Das Landgericht Stralsund hat am Mittwoch einen 42-jährigen Deutschen wegen eines Säureangriffs zu sechs Jahren und sechs Monaten Freiheitsstrafe wegen schwerer Körperverletzung verurteilt. Der Mann soll aus Fremdenhass gehandelt haben.
Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Stralsunder im September vergangenen Jahres einen syrischen Nachbarn mit 80-prozentiger Schwefelsäure übergossen und schwer verletzt hatte. Staatsanwaltschaft und Nebenklage hatten zuvor eine Gefängnisstrafe von acht Jahren gefordert. Die Verteidigung legte sich nicht auf ein Strafmaß fest. Der Verurteilte war bereits mehrfach vorbestraft und war zum Zeitpunkt der Tat nur auf Bewährung frei. Er soll stark drogenabhängig sein. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Rechte Chatnachrichten verlesen
In der Beweisaufnahme während des Prozesses wurden auch Chatnachrichten des Angeklagten mit eindeutig rechten Inhalten verlesen. Außerdem hatten die Ermittler bei dem Mann eine Medaille mit Hakenkreuz gefunden. Laut Zeugen soll er sich in der Vergangenheit auch verbal abfällig über Ausländer geäußert haben.
Opfer erlitt bleibende Verletzungen
Das damals 34-jährige Opfer erlitt durch den Säureangriff schwere Verletzungen unter anderem im Gesicht und am Nacken. Der Syrer ist bis heute schwer traumatisiert und entstellt. Er musste mehrfach operiert werden. Unmittelbar nach dem Angriff konnte das Opfer fliehen und sich vor dem Angreifer verstecken, da dieser ihn weiter verfolgt und beschimpft hatte.
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NDR Fernsehen | Nordmagazin | 02.04.2025 | 19:30 Uhr