ZALF in Müncheberg

Brandenburg Leibniz-Zentrum entwickelt neues Modell zur Vorhersage von Erdrutschen

Stand: 01.04.2025 13:56 Uhr

Das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) in Müncheberg (Märkisch-Oderland) beteiligt sich an einem internationalen Modellprojekt zur besseren Vorhersage von Erdrutschen. Dabei komme auch künstliche Intelligenz zum Einsatz, teilte das ZALF am Montag mit.

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Genaue Karten mit KI

Erdrutsche stellen den Forschenden zufolge weltweit eine erhebliche Bedrohung für Mensch und Umwelt dar. Die Müncheberger hätten zusammen mit Partnern unter anderem aus Bonn, sowie Universitäten in den USA und Indien die Vorhersage von Erdrutschen mit maschinellem Lernen deutlich verbessert. Das KI-gestützte Modell kann präzise Karten erstellen, in denen erdrutschgefährdete Zonen markiert sind. Es erreiche "eine beeindruckende Genauigkeit von 95,6 Prozent" bei der Vorhersage von Erdrutschrisiken. Bisherige Risikobewertungsmethoden seien dagegen oft ungenau oder würden viel Zeit in Anspruch nehmen.
 
Das Modell funktioniere dabei ähnlich wie eine Wettervorhersage. Mithilfe von KI werde eine große Anzahl an Umweltdaten verarbeitet, die Erdrutsche verursachen oder beeinflussen. Dazu gehörten Faktoren wie Regenmengen, Bodenbeschaffenheit, Landschaftsgefälle, Vegetation sowie Straßen und Gebäuden, die das Gebiet instabil machen. Das Modell vergleiche diese Informationen mit vergangenen Erdrutschereignissen und erkennt Muster, die auf Gebiete mit hohem Risiko hinweisen, wie es weiter heißt.

Modell zur Vorhersage von Erdrutschen

Modell zur Vorhersage von Erdrutschen in der Sub-Himalaya-Region in Westbengalen

Erste Test im Himalaya

Das Forscherteam habe das Modell bereits in der Sub-Himalaya-Region in Westbengalen (Indien) getestet - einem Gebiet, das stark von Erdrutschen betroffen ist. "Die Analyse ergab, dass sich Hochrisikozonen vor allem in Gebieten mit starken Regenfällen, instabilen geologischen Strukturen und intensiver Landnutzung wie Abholzung und Urbanisierung befinden", hieß es von der ZALF.
 
Zukünftig soll mit der Methode auch auf weitere Risiken wie mögliche Überschwemmungen oder Bodensenkungen hingewiesen werden können.
 
Gefördert wurde die Arbeit von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Bundesbildungsministerium.

Sendung: Antenne Brandenburg, 01.04.2025, 07:30 Uhr