Archivbild: Dichter Wald steht am östlichen Teil des Werksgeländes der Tesla Gigafactory aufgenommen am 17.05.2024. (Quelle: picture alliance/dpa/Soeren Stache)

Brandenburg Grünheide: Wasserverband stimmt angepassten Wasservertrag zu – nun ist Tesla am Zug

Stand: 03.04.2025 11:10 Uhr

Der Streit um einen neuen Wasservertrag zwischen dem US-Autobauer Tesla und dem Wasserverband Strausberg-Erkner (WSE) ist offenbar beigelegt. Die WSE-Verbandsversammlung stimmte am Mittwochabend mehrheitlich einem Kompromiss zu. Demnach wird Tesla große Mengen an nicht benötigten, sogenannten Wasserkontingenten zurückgeben. Im Gegenzug werden Grenzwerte beim Schmutzwasser angepasst.
 
"Die Verbandsversammlung hat sich auf die beiden Anlagen, die noch strittig waren, geeinigt. Ich bin guter Hoffnung, dass Tesla das auch annehmen kann und wird", sagte der Verbands-Vorsitzende und Bürgermeister von Fredersdorf-Vogelsdorf, Thomas Krieger (parteilos, bis vor Kurzem CDU), dem rbb. Nach langen Gesprächen seien Änderungen am Vertrag vorgenommen worden. "Es ist ein guter Vertrag für alle Beteiligte und auch für das Unternehmen Tesla."

Blick von einem Turm auf ein Filterbecken vom Klärwerk Münchehofe der Berliner Wasserbetriebe. (Quelle: dpa/Patrick Pleul)
Tesla will nachträglich angepasstem Wasser-Vertragsentwurf nicht zustimmen
Eigentlich war der neue Vertrag zwischen dem Wasserverband Strausberg-Erkner und Tesla schon beschlossene Sache. Beide Parteien hatten sich im Dezember geeinigt. Doch nachträgliche Anpassungen an dem Vertragsentwurf gefährden den Kompromiss.mehr

Tesla könnte Vertrag nach Ostern unterschreiben

Konkret soll der Wasserverband Wasserrechte von knapp 400.000 Kubikmetern pro Jahr zurückbekommen, die bisher Tesla zustanden. "Insofern haben wir jetzt Spielraum, um neue Entwicklungsmöglichkeiten für die Region darzustellen", so Krieger.
 
Der angepasste Wasser-Vertrag soll laut Angaben von Krieger nun Tesla zugesandt und möglicherweise nach Ostern unterzeichnet werden, sagte Krieger. "Dann ist das Thema nach anderthalb Jahren Diskussion vom Tisch."

Symbolbild: Mitarbeiter gehen über einen Parkplatz in Richtung der Tesla Gigafactory Berlin-Brandenburg vom US-Elektroautobauer Tesla. (Quelle: dpa/Pleul)
Wasserverband Strausberg-Erkner einigt sich auf neuen Vertrag für Tesla
Seit anderthalb Jahren haben der Wasserverband WSE und Tesla über einen neuen Vertrag verhandelt. Am Mittwochabend einigte sich der WSE nun auf einen Entwurf, dem der US-Elektroautobauer noch zustimmen muss.mehr

Bereits im Dezember gab es eine Einigung

Bereits vor vier Monaten hatte sich der WSE auf einen neuen Wasservertrag für Tesla geeinigt. Doch dann weigerte sich Tesla im vergangenen Februar, den Vertrag zu unterzeichnen. Zwei Anlagen seien geändert worden, demnach könnte der WSE unter anderem die Wassermengen künftig einseitig anpassen. Laut Tesla habe Verbandsvorsteher André Bähler diese Änderungen nachträglich eingefügt. Das Verhältnis zwischen Tesla und Bähler gilt als belastet.
 
Der Elektroautobauer Tesla hat in Grünheide (Oder-Spree) den Wasserverbrauch gesenkt. Dadurch ändert sich die Abwasserqualität. Knackpunkte waren höhere Grenzwerte bei der Belastung von Schmutzwasser aus dem Werk, sodass ein neuer Wasservertrag ausgehandelt wurde. Das einzige europäische Tesla-Werk von Elon Musk stellt in Grünheide seit März 2022 Elektroautos her.

Sendung: Antenne Brandenburg, 03.04.2025, 9:30 Uhr