
Berlin Verkehrsminister Wissing: Bund stellt 150 Millionen Euro für Erneuerung der A100-Brücke bereit
Seit Mitte März ist die Brücke der A100 am Berliner Funkturm für den Verkehr gesperrt. Auto- und S-Bahnverkehr sind massiv beeinträchtigt. Der Bundesverkehrsminister hat nun eine rasche Geldspritze für den Ersatzbau zugesagt.
Die Bundesregierung stellt für den zügigen Ersatzneubau der maroden A100-Brücke in Berlin trotz der vorläufigen Haushaltsführung rund 150 Millionen Euro bereit. "Damit haben wir die Finanzierung gesichert, um den Ersatzneubau schnellstmöglich errichten zu können", sagte Bundesverkehrsminister Volker Wissing (parteilos) am Dienstag der Funke-Mediengruppe. "Jetzt gilt es, dass alle Beteiligten an einem gemeinsamen Strang ziehen."
Es soll demnach ein Lenkungskreis eingesetzt werden, der unter der Leitung des Verkehrsministeriums stehe. Mit dem Geld könnten die nötigen Ausschreibungen zügig auf den Weg gebracht werden, hieß es von der bundeseigenen Autobahn-Gesellschaft, die für die Brücke verantwortlich ist, auf Anfrage.

Autoverkehr auf und Bahnverkehr unter der Brücke gesperrt
Der dreispurige Bau war Mitte März aufgrund eines sich ausbreitenden Risses im Tragwerk kurzfristig für den Autoverkehr gesperrt worden. Die Fahrzeuge werden aktuell über eine Spur auf der Gegenfahrbahn geleitet.
Der Schwerlastverkehr allerdings muss einen Umweg durch die umliegenden Straßen nehmen. Der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf befürchtet deshalb gravierende Schäden an der Asphaltdecke oder den darunter liegenden Wasserleitungen.
Seit vergangener Woche ist auch der S-Bahnverkehr, der unter der Ringbahnbrücke hindurchführte, eingestellt. Das betrifft die Linien S41, S42 und S46. Zwischen den Bahnhöfen Westend und Halensee verkehren stattdessen Busse. Wie lange die Sperrungen andauern, ist noch unklar. Die Autobahn-Gesellschaft prüft derzeit, ob das Bauwerk sofort abgerissen oder zunächst abgestützt wird, um die Sicherheit zu gewährleisten. Erste Vorbereitungsarbeiten für Abriss und Stützung haben laut der Autobahn GmbH bereits begonnen.

Brückenerneuerung war bereits geplant
Die Brücke gehört zum Berliner Autobahndreieck Funkturm, einem der am stärksten belasteten Verkehrsknoten in Deutschland. Täglich fuhren rund 230.000 Fahrzeuge über die Verbindung und etwa 95.000 über die Brücke. Bei ihrem Bau 1963 sollte die Ringbahnbrücke rund 25.000 Autos pro Tag tragen können.
Sperrung und Neubau der Brücke waren ursprünglich später vorgesehen, sie sind Teil der geplanten Umgestaltung des Autobahndreiecks Funkturm. Doch wegen der massiven Verkehrsbehinderungen muss es nun schnell gehen: Maßnahmen sollen vorgezogen, Abläufe beschleunigt, das Planfeststellungsverfahren in Teilen gerafft werden.
Sendung: rbb24 Abendschau, 01.04.2025, 19:30 Uhr