Drohnenansicht der Sonnenallee aus der Höhe der High-Deck-Siedlung stadteinwärts in Berlin Neukölln am 29.12.2023. (Quelle: IMAGO/Emmanuele Contini)

Berlin Legionellen: High-Deck-Anwohner kritisieren Howoge für zweiwöchiges Duschverbot

Stand: 01.04.2025 17:55 Uhr

Die High-Deck-Siedlung in Berlin-Neukölln hat ein Legionellen-Problem. Deshalb herrscht dort seit zwei Wochen ein Duschverbot - ohne dass die Wohnungsgesellschaft Howoge Alternativen zur Hygiene angeboten hätte, wie die Anwohner kritisieren.

Wegen eines Legionellenbefalls in der High-Deck-Siedlung in Berlin-Neukölln gilt dort seit zwei Wochen ein Duschverbot.
 
Anwohnerinnen und Anwohner werfen der Wohnungsbaugesellschaft Howoge in einer Mitteilung vor, seitdem von grundlegenden Hygiene-Möglichkeiten abgeschnitten zu sein. Den Angaben zufolge hatte die Howoge am 17. März für die Leo-Slezak-Straße ein Duschverbot verhängt. Seitdem gebe es keine weiteren Informationen. Von der Wohnungsbaugesellschaft hieß es, das Duschverbot sei vom Gesundheitsamt verhängt worden. Das übergeordnete Bezirksamt Neukölln war am späten Nachmittag nicht mehr für eine Stellungnahme zu erreichen.
 
Über den Fall hatte zuerst die "B.Z." berichtet.

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Howoge: Duschverbot für rund 300 Wohnungen

Die betroffenen Mieterinnen und Mieter fordern in einer Mitteilung klare Informationen und eine sofortige Sanierung der Trinkwasseranlage. Außerdem werden kostenlose Alternativlösungen für Trinkwasser und Hygiene verlangt.
 
Von dem Duschverbot sind nach Howoge-Angaben rund 300 Wohnungen betroffen. Ein Überschreiten des Grenzwertes für Legionellen wurde demnach aber nur in acht Wohnungen festgestellt.
 
Die Wohnungsgesellschaft hat inzwischen eingeräumt, nicht ausreichend informiert zu haben. Sie hat nach eigenen Angaben am Dienstag begonnen, spezielle Duschköpfe an die Anwohner zu verteilen, mit denen diese wieder duschen können.

Einatmen hoher Konzentrationen kann krank machen

Legionellen sind Bakterien, die gewöhnlich in geringer Zahl in Oberflächengewässern wie Flüssen und Seen oder auch im Grundwasser vorkommen. In lauwarmem Wasser zwischen 25 und 45 Grad - können sie sich aber stark vermehren.

Werden Legionellen über feine Tröpchen eingeatmet - zum Beispiel beim Duschen -, können sie grippeähnliche Erkrankungen und Lungenentzündungen hervorrufen. Gefährdet sind vor allem Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, Raucher, chronisch Kranke, ältere Menschen und Babys. Wird das Wasser getrunken wird, sterben die Bakterien in der Regel durch die Magensäure.

Hinweis: In einer früheren Version dieses Beitrags hieß es, rund 300 Wohnungen seien von dem Legionellenbefall betroffen. Die Howoge präzisierte aber, dass die Grenzwerte in acht Wohnungen überschritten wurden, allerdings gelte das Duschverbot für rund 300 Wohnungen.

Sendung: rbb24 Abendschau, 01.04.2025, 19:30 Uhr