Fahrzeuge sind im Mercedes-Benz Vehicle Preparation Center im Hafen von Baltimore zu sehen.

25 Prozent US-Zölle auf Autos in Kraft getreten

Stand: 03.04.2025 07:35 Uhr

US-Präsident Trump hat beispiellose neue Zölle verkündet. Auch die Autoindustrie ist massiv betroffen: Pauschale Aufschläge von 25 Prozent gelten nicht nur mit Sofortwirkung auf ganze Autos, sondern bald auch für einzelne Teile.

Mit der Ankündigung von neuen Zöllen hat US-Präsident Donald Trump auch die Autoindustrie hart getroffen: Pauschale Aufschläge von 25 Prozent sind in Kraft getreten.

Die Gebühren werden jährlich Fahrzeuge und Autoteile in Höhe von circa 554 Milliarden Euro treffen, wie aus einer Analyse der Zollcodes durch die Nachrichtenagentur Reuters hervorgeht. Komplette Autos sind schon ab sofort betroffen. Einer Mitteilung des Bundesregisters zufolge sollen die Zölle ab 3. Mai dann auch auf Autoteile gelten.

Lange Liste von Autoteilen

Ab Mai sind demnach etwa 150 Kategorien von Autoteilen mit Abgaben belegt. Die Liste des Bundesregisters führt Motoren, Getriebe, Lithium-Ionen-Batterien und andere wichtige Komponenten auf. Betroffen sind auch Teile wie Reifen, Stoßdämpfer, Zündkerzen und Bremsschläuche. Im Handelsministerium soll zudem US-Herstellern die Möglichkeit geboten werden, binnen 90 Tagen weitere Teile für die Liste zu benennen.

Unerwartet erstrecken sich die Aufschläge auch auf Computer. Nach amtlichen Angaben zählten Computer im vergangenen Jahr mit einem Wert von 138,5 Milliarden Dollar zu den größten Importkategorien.

"Wirtschaftlich wahrscheinlich größerer Feind als Putin"

Die US-Zölle werden nach Einschätzung des Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer zu einer weiteren Produktionsverlagerung in die USA und zum Jobabbau in Deutschland führen. "Wenn die Zölle langfristig bleiben, werden deutsche Autobauer ihre Produktion weiter in die USA verlagern", sagte der Wirtschaftswissenschaftler den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

"Die deutschen Autohersteller und Zulieferer werden durch die Zölle extrem geschädigt und hart bestraft", sagte Dudenhöffer. "Trump drängt die Konzerne in die Verluste und saugt die Arbeitsplätze ab." Er sei "somit für uns wirtschaftlich wahrscheinlich ein größerer Feind als Putin". Die Vereinigten Staaten sind das größte Abnehmerland von Autos aus Deutschland: 13,1 Prozent aller exportierten neuen Fahrzeuge gingen im vergangenen Jahr dorthin.

VDA-Präsidentin übt Kritik

"Das ist nicht Amerika zuerst, das ist Amerika allein", sagte auch die Präsidentin des Verbands des deutschen Automobilindustrie (VDA), Hildegard Müller. Die Maßnahmen der US-Regierung würden das globale Wirtschaftswachstum belasten und Arbeitsplätze gefährden.

Samuel Jackisch, Samuel Jackisch, ARD Washington, tagesschau, 03.04.2025 10:17 Uhr

Dieses Thema im Programm: Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 03. April 2025 um 08:00 Uhr.