Engel & Völkers Filiale

Maklerunternehmen Ermittlungen gegen Engel & Völkers eingestellt

Stand: 02.04.2025 12:04 Uhr

Die Ermittlungen gegen das Maklerunternehmen Engel & Völkers sind eingestellt worden. Der Verdacht, dass die Firma ein System der Scheinselbständigkeit befördert habe, hat sich laut Staatsanwaltschaft nicht bestätigt.

Die Staatsanwaltschaft Bielefeld hat ihre Ermittlungen gegen Deutschlands größtes Maklerunternehmen Engel & Völkers eingestellt. "Der Verdacht, dass ein System von Scheinselbständigkeit durch die Franchisegeberin vorgegeben oder gefördert wurde, hat sich nach umfangreichen Ermittlungen nicht bestätigt", sagt Oberstaatsanwalt Carsten Nowak.

Engel & Völkers leitet großenteils selbständige Maklerbüros an, die ihre regionalen Märkte unter einer Marke bearbeiten ("Franchise"). Mitte Dezember waren landesweit 18 Büros von Engel & Völkers durchsucht worden. Dass das Ermittlungsverfahren gegen das Engel & Völkers-Management ohne Auflagen eingestellt wurde zeigt: Es gibt aus der Zentrale kein systematisches Umgehen deutschen Sozialversicherungsrechts.

Verdacht gegen einige Filialen noch nicht ausgeräumt

Einzelne selbständige Filialen stehen dagegen nach wie vor unter Verdacht. Oberstaatsanwalt Nowak bestätigt: "Die Untersuchungen gegen einzelne Lizenznehmer im Netzwerk wegen des Verdachts der Beschäftigung von Scheinselbstständigen laufen zunächst weiter".

Das Verfahren hat beim Bielefelder Lizenznehmer der Maklergruppe begonnen. Seinerzeit sagte der Anwalt der Bielefelder Geschäftsführung, Carsten Thiel von Herff, es gehe um vorgeworfene Scheinselbständigkeit "in nur sehr wenigen Fällen und für einen kurzen Zeitraum".  

Vermittlung von Luxus-Immobilien

Engel & Völkers vermittelt teure und mitunter luxuriöse Immobilien. Der letzte veröffentlichte Konzernabschluss bildet das Jahr 2023 ab. Mehr als 13.000 Makler nahmen 1,1 Milliarden Euro Verkaufsprovisionen ein. Das bedeutet, dass im Durchschnitt jeder Makler etwa 82.000 Euro Provision erarbeitet hat.

Dieses Thema im Programm: Über dieses Thema berichtete das Hamburg Journal am 10. Dezember 2024 um 18:00 Uhr.