
Thüringen Windeln und Zigarettenkippen im Gelben Sack: Abfallunternehmen lässt Tonnen stehen
In Nordthüringen wird der Müll durchsucht: Hintergrund ist, dass etwa in einem Plattenbaugebiet im Kyffhäuserkreis Restmüll in der Gelben Tonne entsorgt wurde, der da nicht hineingehört. Jetzt geht die Suche nach Müllsündern weiter.
In jeder Tonne lauert eine Überraschung: In mehreren gelben Abfallbehältern in einer Straße in Sondershausen finden sich immer noch Essensreste, Windeln oder Zigaretten. Also bei weitem nicht nur Leichtverpackungen. Vor zwei Monaten wurden aus diesem Grund Tonnen stehen gelassen. Die Lage scheint sich aber zu bessern, wie Vertreter von Entsorgungsunternehmen berichteten.
Zum Aufklappen: Was gehört in die Gelbe Tonne?
In die Gelbe Tonne (oder den Gelben Sack) gehören ausschließlich leere Verpackungen, die nicht aus Papier, Pappe, Karton oder Glas sind.
Dazu gehören zum Beispiel:
- Alu-, Blech- und Kunststoffdeckel
- Joghurtbecher
- Einkaufstüten aus Kunststoff
- Luftpolster-Folie
- Schaumstoff-Reste
- Konservendosen
- Kronkorken
- Milch- und Getränkekartons
- Putz- und Reinigungsmittel-Flaschen
- Shampooflaschen
- Spraydosen
- Zahnpastatuben
Noch mehr Infos zur richtigen Mülltrennung finden Sie auf der Internetseite der Initiative "Mülltrennung wirkt" oder auf den Internetseiten der jeweiligen Stadt/des Lankreises oder des Abfall- oder Entsorgungsunternehmen.
Nico Dombeck zeigt sich zufrieden. Er ist Betriebsleiter bei der Firma Remondis. Das Unternehmen ist im Kyffhäuserkreis dafür verantwortlich, die Gelben Tonnen zu leeren. "Die Situation hat sich Woche für Woche gebessert", sagt Dombeck.

Nico Dombeck, Betriebsleiter der Firma Remondis, ist zufrieden über die positive Entwicklung bei der Mülltrennung in Sondershausen.
Mit Aufklebern gegen Müllsünder
Dabei geholfen haben laut dem Betriebsleiter die Rücksprache mit den Wohnungsgesellschaften oder auch Schilder an den Sammelplätzen für die Mülltonnen. An besonders "schlimmen" Tonnen wurden Aufkleber angebracht, die auf "verpackungsfremde Störstoffe" hinweisen. Gemeint sind Essenreste wie Brötchen oder auch Papier.

"Bitte nachsortieren!", hieß es vor zwei Monaten auf vielen Tonnen im Kyffhäuserkreis.
Vor zwei Monaten wurden deshalb etwa 90 Tonnen stehen gelassen. Anwohner mussten den Müll neu sortieren. Nach einer Woche wurde dann erneut kontrolliert und geleert. Haushalte, bei denen die Tonne dann noch immer nicht ordnungsgemäß befüllt war, mussten einen Aufpreis von 140 Euro zahlen.
Mittlerweile müssten aber nur noch wenige Tonnen stehen gelassen werden, sagt Dombeck. Probleme gab es demnach in einer Straße, in der eine große Gelbe Tonne für etwa 20 Mietparteien gedacht ist. Hier sei es schwer, so Dombeck, die Haushalte ausfindig zu machen, die den Müll nicht richtig trennen.

Altes Brot gehört nicht in die Gelbe Tonne!
Analyse: Mehr Verpackungsmüll im Kyffhäuserkreis
Nach einer Analyse von Experten wurden im vergangenen Jahr im Kyffhäuserkreis 60 Kilogramm Müll pro Einwohner über die Gelbe Tonne entsorgt. Bundesweit fallen im Schnitt aber nur 30 Kilogramm Leichtverpackungen pro Person an. Wie viel Kilo es nach den verstärkten Kolltrollen sind, lässt sich jetzt aber noch nicht sagen.
Dombeck ist guten Mutes, sagt aber gleichzeitig, dass die Tonnen weiter kontrolliert würden. Denn noch immer lande Restmüll in der Gelben Tonne - auch wenn der richtige Behälter nur wenige Zentimeter daneben stehe.

Die Initiative "Mülltrennung wirkt" setzt sich für Mülltrennung ein und klärt darüber auf.
Axel Subklew, Sprecher der Initiative "Mülltrennung wirkt", zieht schnell die Handschuhe an und sortiert um. Die Initiative hat das Ziel, über Mülltrennung aufzuklären. Denn: Je besser die Mülltrennung funktioniere, desto mehr Verpackungen können recyelt werden.
MDR (og/fno)