Ein Einsatzfahrzeug des Zolls frontal, mit Bewegungsunschärfe fotografiert.

Schleswig-Holstein Millionenbetrug im Baugewerbe? Verdächtiger in Neumünster festgenommen

Stand: 04.04.2025 11:26 Uhr

Bei einer Kontrolle des Zolls mit Schwerpunkt Neumünster sind am Donnerstag mehrere Geschäfte und Wohnungen kontrolliert worden. Dabei ging es unter anderem um Schwarzarbeit und Steuerhinterzierhung.

Ein Großaufgebot von mehr als 450 Beamten hat am Donnerstag hauptsächlich in Neumünster 26 Wohn- und Geschäftsräume von mehreren Beschuldigten durchsucht. Laut Zoll waren auch Unterkünfte von Beschäftigten im Fokus. Es ging unter anderem um Beweismittel und Vermögenswerte.

Verdacht: Illegale Einschleusung, Schwarzarbeit und Steuerhinterziehung

Eine Sprecherin des Zolls sagte, dass mindestens gegen vier Personen der Verdacht besteht, mehr als drei Jahre lang ausländische Arbeitskräfte illegal nach Deutschland geschleust und in verschiedenen Baufirmen ohne Anmeldung beschäftigt zu haben. Dabei sollen sie sowohl Lohnsteuer als auch Sozialversicherungsbeiträge hinterzogen und keine Löhne gezahlt haben. Ein 48-jähriger Beschuldigter wurde laut Zoll verhaftet. "Im Falle einer Verurteilung droht ihm schon allein für das Einschleusen von Ausländern eine Freiheitsstrafe von bis zu 10 Jahren", erklärt die Sprecherin.

Ein Bargeldspürhund des Zolls ist in einem Lagerraum im Einsatz.

Auch zwei Bargeldspürhunde waren bei den Kontrollen des Zolls im Einsatz - hier Hündin "Visa".

Den Schaden schätzt die Staatsanwaltschaft auf mehr als 5,6 Millionen Euro. Bei den Kontrollen wurden laut Zoll auch Wertgegenstände in dieser Größenordnung sichergestellt, um den Schaden auszugleichen, der für die Steuerzahler entstanden sein soll.

Dieses Thema im Programm:
NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 03.04.2025 | 16:30 Uhr