
Sachsen-Anhalt Sachsen-Anhalts Bildungsministerium startet digitale Lernwelt
Kinder sollen an den Schulen für das digitalen Lernen fit gemacht werden. Dazu hat das Landesbildungsministerium am Mittwoch das Projekt "Lernwelt Sachsen-Anhalt" gestartet. Online-Lernen, Künstliche Intelligenz und Lernlabore sollen das selbstständige Lernen fördern. Gleichzeitig soll die Plattform auch gegen den Lehrermangel helfen.
Die Aula der Gemeinschaftsschule "Wilhelm Wundt" in Tangerhütte im Landkreis Stendal ist prall gefüllt. Das Landesinstitut für Schulqualität und Lehrerbildung hat gemeinsam mit beteiligten Digitalunternehmen Messestände aufgebaut. Hier können sich Lehrkräfte über die neuen Angebote für neue Lernformen informieren. Staatssekretär Jürgen Böhm vom Landesbildungsministerium sagte beim Startschuss: "Digitalisierte Schulsysteme müssen realistisch und umsetzbar in den Schulalltag eingebunden werden."

Viele Lehrer informieren sich beim Auftakt in Tangerhütte über die neuen Lernangebote.
Lernwelt soll Schülern selbständiges Lernen beibringen
Unter dem Titel "Lernwelt Sachsen-Anhalt" sollen Kinder zum selbstständigen und selbstgesteuerten Lernen befähigt werden. Ein zentrales Thema ist das Online-Lernen. Es entstehen Online-Lernbüros und zwei Digitallabore in Halle und Magdeburg, die auch mit mobilen Modulen in den Schulen genutzt werden können. Es gibt Avatare, also kleine Lernroboter, und es geht um KI und Vernetzungsmöglichkeiten. Auf viele neue Software-Angebote können die Schulen ab sofort zugreifen.

Kleine Lernroboter sollen als Avatar Kindern beim Lernen helfen.
Lernwelt als Mittel gegen Lehrermangel
Bildungsministerin Eva Feußner sagt: "Digital gestütztes Lernen ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit". Man will die Lehrkräfte, Schüler und Eltern einerseits besser auf die allgemeine Digitalität der Arbeitswelt vorbereiten. Es geht aber auch um einen Ausgleich beim Lehrermangel. Ein Lehrer kann im Online-Unterricht mehr Schüler erreichen als analog.

Sachsen-Anhalts Bildungsministerin Eva Feußner ist eine große Befürworterin der neuen Lernwelt. (Archiv-Foto)
Digital gestütztes Lernen ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Eva Feußner | Bildungsministerin Sachsen-Anhalt |
Regierungsschuldirektor Dr. Kay Adenstedt sagte bei der Eröffnung: "Über den systematischen Einsatz von Lernsoftware kann jeder Lernende nicht nur im Schulgebäude, sondern auch orts- und zeitunabhängig lernen." Gastgeber der Eröffnungsveranstaltung Schulleiter Patrick Groß aus Tangerhütte findet das gerade im ländlichen Raum mit viel Schulausfall wichtig: "Wir erhoffen uns über dieses Projekt Basis-Kompetenzen an das Kind bringen zu können, und dass so kooperativer Mehrwert entsteht, der uns nützt und den Kindern nützt."

Regierungsschuldirektor Dr. Kay Adenstedt (links) und Schulleiter Patrick Groß setzen große Hoffnungen in die neue Plattform.
Schulen und Lehrkräfte noch nicht bereit
Seit Jahren werden die Schulen digitalisiert. Aber nicht überall in Sachsen-Anhalt ist dieser Prozess abgeschlossen. Technik ist oft da, aber an manchen Schulen ist das Internet wackelig, an anderen sind Software oder Lehrkräfte nicht auf dem neuesten Stand. Wann und wie die Lehrkräfte nun die neue "Lernwelt" umsetzen können, wird man sehen. Um sie gut zu schulen, sind jedenfalls Weiterbildungen und Beratungen vor Ort geplant.
Bis 2027 sollen für die "Lernwelt Sachsen-Anhalt" rund 9 Millionen aus Landes- und Bundesmitteln, aus dem Corona-Sondervermögen und dem Digitalpakt bereit gestellt werden.
MDR (Aud Merkel, Marius Rudolph)