Florian Amort, ein junger Mann mit Brille, rötlichen, kurzen Haaren und Bart, trägt einen grauen Anzug mit silberner Fliege und lächelt in die Kamera.

Sachsen-Anhalt Florian Amort will neuen "Spirit" ins Händel-Haus Halle bringen

Stand: 02.04.2025 10:24 Uhr

Am 1. April hat Florian Amort seinen Posten als neuer Direktor des Händel-Hauses und Intendant der Händel-Festspiele angetreten. Er folgt damit auf Bernd Feuchtner, der im Februar überraschend verstorben ist. Der 32-jährige Amort möchte in seiner Zeit in Halle das Händel-Haus für ein breiteres Publikum öffnen und mehr Menschen für den Barock-Komponisten begeistern. Die Händel-Festspiele will er als Gemeinschaft stiftendes Kulturerlebnis stärken.

Von MDR Kulturdesk
  • Die Leitung des Händel-Hauses und der Händel-Festspiele hat am 1. April 2025 Florian Amort übernommen.
  • Amort will das Händel-Hauses weiter öffnen und die Menschen in Halle für Kulturerlebnisse begeistern.
  • Die Stadt lobte Amort für seine praktische Festspiel-Erfahrung und seinen fundierten musikwissenschaftlichen Hintergrund.

Die Stiftung Händel-Haus in Halle hat einen neuen Direktor: Wie die Stadt mitteilte, hat Florian Amort am Dienstag sein Amt angetreten und wurde der Belegschaft vorgestellt. Demnach übernimmt Amort nicht nur die Leitung des Händel-Hauses, sondern auch die Intendanz der Händel-Festspiele.

Der 32-Jährige tritt damit die Nachfolge von Bernd Feuchtner an, der Mitte Februar im Alter von 75 Jahren überraschend verstorben war. Nach Angaben der Stadt wäre Feuchtner in diesem Jahr auch planmäßig ausgeschieden.

Von Wien über Bregenz nach Halle

Amort wurde 1992 im bayerischen Berchtesgaden geboren. Er hat Musikwissenschaft, Kunstgeschichte, Geschichte und Katholische Theologie in München studiert. Er arbeitete am Institut für Musikwissenschaft der Universität Wien und als Konzert-Dramaturg am Brucknerhaus Linz. Von 2022 an war Amort zudem Chefdramaturg der Bregenzer Festspiele.

Florian Amort sagte MDR KULTUR, er wolle das Händel-Haus weiter öffnen und die Festspiele als gemeinschaftliches Kulturerlebnis in Halle stärken. "Ich glaube, Storytelling ist sehr wichtig und ein gewisses Mindset möchte ich neu reinbringen", betonte er. In einer sehr komplex gewordenen Zeit beobachte er eine große Vereinzelung. Dem könnten gemeinsame Kulturerlebnisse etwas entgegensetzen: "Ich finde es schon spannend, dass Musik, Kultur und Festival auch wieder ein Gemeinschaftsgefühl stärken können", so der neue Direktor.

Ich möchte das Staunen nicht verlieren. Florian Amort, Direktor Händel-Haus |
Florian Amort, ein junger Mann mit Brille, rötlichen, kurzen Haaren und Bart, trägt einen blauen Anzug mit roter Fliege und lehnt lächelnd an einem Fenster.

Florian Amort ist überzeugt davon, dass Händels Musik auch heute noch die Menschen bewegt.

Was Musik, Kino und Oper verbindet

Florian Amort hob außerdem hervor, dass ihm die Begeisterung für Musik, Kino oder Oper wichtig sei: "Ich möchte das Staunen nicht verlieren", sagte er. Mit diesem offenen "Spirit" könne man auch auf die Händel-Festspiele und das Händel-Haus zugehen, um den Wert und die Bedeutung des Hauses in der heutigen Zeit zu vermitteln.

Dazu gehöre auch, auf die Angebote im Händel-Haus aufmerksam zu machen – beispielsweise durch Soziale Netzwerke, über die niedrigschwellig Wissen vermittelt werden könne. "Ich werde wahrscheinlich nie alle Hallenser einmal im Jahr ins Händel-Haus bringen", so Amort. Das seien zu viele Leute und nicht alle interessierten sich für Händel. Es gehe ihm darum, dass die Stadt und die Bevölkerung merken: "Was wir machen, ist wichtig". Schließlich solle das Händel-Haus als Stiftung und wissenschaftliche Einrichtung nicht nur Händel zelebrieren, sondern habe auch einen Bildungsauftrag.

Florian Amort, ein junger Mann mit Brille, rötlichen, kurzen Haaren und Bart, trägt einen grauen Anzug mit gelber Fliege und nimmt einen Blumenstrauß entgegen. Überreicht wird er von Judith Marquardt, einer Frau mit langen, hellen Haaren und schwarzem Jackett. Hinter beiden ist eine rotbraune Büste zu sehen.

Die Kulturbeigeordnete Judith Marquardt hat den neuen Chef Florian Amort heute der Belegschaft vorgestellt.

Stadt Halle freut sich über Florian Amort

Die Kulturbeigeordnete der Stadt Halle, Judith Marquardt, sagte zum Amtsantritt des neuen Händel-Haus-Chefs, sie sei glücklich, dass man Florian Amort habe gewinnen können. Er bringe trotz seiner noch jungen Jahre sowohl praktische Festspiel-Erfahrung als auch einen fundierten musikwissenschaftlichen Hintergrund mit. Man sei überzeugt davon, dass Amort viele neue Ideen und Impulse für das Händelhaus und die Händelfestspiele liefern werde.

Händel war ein Komponist von unermüdlicher Neugier – kühn, experimentierfreudig und stets auf der Suche nach neuen Ausdrucksformen. Florian Amort, Neuer Leuter des Händel-Hauses und der Händel-Festspiele |

Amort sagte, Händel sei ein Komponist von unermüdlicher Neugier gewesen. Mit genau diesem Geist wolle er seine Arbeit in Halle beginnen. Er sei offen für neue Perspektiven und überzeugt davon, dass Händels Musik auch heute noch die Menschen bewege.

Eckansicht des Händelhauses Halle

Das Händelhaus in Halle, in dem Florian Amort nun als neuer Direktor auf Bernd Feuchtner folgt.

Händel-Haus und Händel-Festspiele

Georg Friedrich Händel (1685-1759) ist einer der bekanntesten Komponisten des Barock. Er wurde in Halle geboren und lebte später in England. Die Stiftung Händel-Haus betreibt das Geburtshaus des Komponisten als Museum. Zudem veranstaltet es jährlich die international beliebten Händelfestspiele mit Konzerten, Ausstellungen und Vorträgen rund um den Musiker.

Quellen: MDR KULTUR (Carsten Tesch), Stadt Halle, dpa, epd
Redaktionelle Bearbeitung: hro, lig