Blaue Kisten gefüllt mit Spargelstangen

Sachsen-Anhalt Die Spargelsaison in Sachsen-Anhalt hat begonnen

Stand: 01.04.2025 15:10 Uhr

Spargel-Liebhaber in Sachsen-Anhalt kommen ab sofort auf ihre Kosten: In der Altmark hat die Ernte der ersten Stangen begonnen. Bis Mitte Juni wird das Gemüse nun aus den Feldern geholt. Dabei erwarten die Spargel-Bauern im Land eine ertragreiche Saison. Denn die Bedingungen für das Gemüse sind gut.

Von MDR SACHSEN-ANHALT

In Sachsen-Anhalt hat bei den ersten Betrieben die Spargel-Ernte begonnen, darunter auch die Firma Garlipp in Schelldorf bei Tangerhütte in der Altmark. Das Unternehmen baut Spargel auf 65 Hektar an, landesweit gibt es in Sachsen-Anhalt mehr als 320 Hektar Anbaufläche. Als Wiege des Spargel-Anbaus gilt die Altmark.

Goldenes Gemüse: Hervorragendes Spargel-Jahr in Aussicht

Weitere Spargelfelder können in Kürze angegangen werden

Spargel-Bauer Tim Garlipp sagte MDR SACHSEN-ANHALT, der sonnige März und die Folien auf den Spargel-Dämmen hätten zu dem frühen Ertrag geführt. "Es dauert jetzt aber bestimmt noch eine Woche, bis wir wirklich alle frühen Spargelfelder in der Ernte haben", so Garlipp.

Andere Betriebe warten noch etwas ab bis zum Ernte-Start, so etwa in Meßdorf bei Stendal bei Michael & Tinneberg. Da gibt es zwar auch einfache Folie über den Dämmen, aber keine ausgeklügelten Systeme. Alexandra Tinneberg sagte dem MDR, sie sei froh, wenn sie überhaupt schon zu Ostern ein paar Stangen Spargel stechen könne.

Spargelbauer Tim Garlipp

Spargelbauer Tim Garlipp freut sich über den frühen Ernte-Start.

Eine kleine Menschenmenge steht um ein neu eingeweihtet Spargeldenkmal herum. Das Denkmal besteht aus einem Tisch auf dem ein Korb mit Spargel steht.
Sachsen-Anhalt und der Spargel
Bereits im 18. Jahrhundert hatte der Spargel im nördlichen Sachsen-Anhalt einen festen Platz auf den Feldern und Tischen. Der Osterburger August Huchel entwickelte schließlich im 20. Jahrhundert den modernen Spargelanbau. In der Stadt entstand 1929 die erste deutsche Spargelhochzuchtgesellschaft. Die Hochzeit des Spargels entwickelte sich in Sachsen-Anhalt nach der Wende: auf bis zu 1.300 Hektar wurde des Gemüse bis in die Tausenderjahre angebaut. Spargel war bereits bei den Ägyptern, Griechen und Römern beliebt. Anbauerfolge im Mittelalter brachten der teuren Delikatesse dann eine Renaissance. Auf deutschem Boden wurde das Gemüse erstmals 1565 im Stuttgarter Lustgarten kultiviert. Die Pflanze benötigt Wärme und lockeren, sandigen, nicht zu feuchten Boden. Die Spargelernte endet hierzulande traditionell zum Johannistag, der 2025 auf den 21. Juni fällt.

Anfang März hatten die Spargel-Bauern in Sachsen-Anhalt für die frühen Stangen Thermo-Folie über die Spargel-Dämme gelegt, damit der Spargel möglichst gut wachsen kann. "Alle Zeichen stehen auf eine gute Saison", sagte seinerzeit Jürgen Schulze, Chef des Verbands der Ostdeutschen Spargel- und Beerenobstanbauer (Vosba). Wärme und eine gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit würden das Wachstum unterstützen, die Folie leite die Wärme gut. Das alles sorge für eine gute Qualität der Spargelstangen und ausreichende Mengen.

Alle Zeichen stehen auf eine gute Saison. Jürgen Schulze | Chef des Verbands der Ostdeutschen Spargel- und Beerenobstanbauer
So viel Spargel wird in Sachsen-Anhalt geerntet
Im vergangenen Jahr wurden in Sachsen-Anhalt rund 1.820 Tonnen Spargel geerntet auf einer Fläche von 360,7 Hektar, wie das Statistische Landesamt in Halle auf Nachfrage mitteilte. In den Jahren davor war die Ernte magerer ausgefallen: Knapp 1.500 Tonnen Spargel waren es 2023, im Jahr zuvor sogar nur knapp 1.400 Tonnen.
Spargeldämme unter weißer Folie im Sonnenuntergang

Viele Spargelfelder, wie hier bei Tangerhütte in der Altmark, liegen derzeit noch unberührt unter Wärmefolien.

dpa, MDR (Johanna Daher, Katharina Häckl, André Plaul) | Zuerst veröffentlicht am 08.03.2025