
Sachsen-Anhalt Asylheim in Halle-Ost? – Nein, sagt der Träger
In Halle-Reideburg laufen Umbauarbeiten am Gebäude des ehemaligen Bildungswerks. Das hat vor Ort zu Gerüchten geführt: Wird hier ein neues Asylheim entstehen? MDR SACHSEN-ANHALT hat nach entsprechenden Medienberichten nachgefragt. Ergebnis: Hier wird der Umzug einer Jugendhilfeeinrichtung vorbereitet.
Die Stadt Halle und der Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) sind Gerüchten entgegengetreten, dass in Halle-Reideburg eine neue Geflüchtetenunterkunft entstehen soll. Über entsprechende angebliche Pläne hatte die "Mitteldeutsche Zeitung" (€) berichtet. Sie verwies auch auf bereits laufende Umbauarbeiten in der Paul-Singer-Straße.
Jugendliche sollen in ehemaliges Bildungswerk einziehen
Eine MDR-Anfrage bei Verwaltung und DRK hat nun die Erklärung gebracht. Demnach läuft in der Stadt der Umzug der Jugendhilfeeinrichtung aus Halle-Nietleben nach Reideburg. Das sei der Grund für den Umbau im Gebäude des ehemaligen Bildungswerks Halle-Saalkreis. Es geht um Renovierung und Brandschutz, so der Träger, das DRK.
Frühestens ab Juni könnten die maximal 21 Jugendlichen dann das neue Quartier beziehen. Sie werden laut DRK von voraussichtlich 18 Personen betreut. Die Einrichtung beherbergt den Angaben zufolge Jugendliche ab 14 Jahren, die aus verschiedenen Gründen nicht bei ihren Eltern leben können. Darunter seien neben deutschen Kindern auch minderjährige Geflüchtete. Zu den Umzugsplänen sollen die Anwohner informiert werden, derzeit werde eine Bürgerversammlung vorbereitet. In der bisherigen Einrichtung in Nietleben habe es bisher "keine nennenswerten Zwischenfälle" gegeben, so das DRK.
Halle-Reideburg, benannt nach dem Weiße-Elster-Zufluss Reide, ist der östlichste Stadtteil Halles und überregional bekannt als Geburtsort von Hans-Dietrich Genscher. Er hat dort auch zu DDR-Zeiten jährliche Verwandschaftsbesuche abgestattet. In seinem Geburtshaus befindet sich heute die Bildungs- und Begegnungsstätte Deutsche Einheit.
MDR (Tanja Ries, André Plaul)