
Sachsen Leipzig gewinnt Fußverkehrspreis Deutschland 2025
Poller, Fahrradständer, Sperrlinien und Ampelschaltungen - das klingt alles nicht nach der Riesenerfindung. Trotzdem hat das Leipzig den Hauptpreis bei einem Wettbewerb für mehr Fußgängerfreundlichkeit eingebracht.
Leipzig hat den Fußverkehrspreis Deutschland 2025 verliehen bekommen. Die Verleihung des Fachverbands Fußverkehr Deutschland und des Deutschen Städtetags fand in Karlsruhe statt. Die Stadt war mit einem Bündel an Themen ins Rennen gegangen – und hat damit die Jury überzeugt, freut sich die Stadtverwaltung in einer Mitteilung.

Getrennte Fuß- und Radwege, Poller, Sperrlinien und Ampelschaltungen - es sind die kleinen Dinge, die der Stadt Leipzig den Fußverkehrspreis 2025 eingebracht haben. (Symbolbild)
Kein Riesending, sondern kleine Schritte
Der Fußverkehrsverantwortliche der Stadt, Friedemann Goerl, hatte den Hauptpreis in Baden-Württemberg entgegengenommen. "Tatsächlich haben wir kein goldenes Leuchtturmprojekt eingereicht, sondern den Fokus auf die vielen kleinen Dinge gelegt, die man an jeder Ecke findet." Die Idee sei, durch schnell umzusetzende Maßnahmen problematische Stellen für Fußgänger zu entschärfen.
So sei ein Programm aufgelegt worden, um Eingänge zu Parks und Grünanlagen für den Fußverkehr sicher zu gestalten. Als Beispiel nannte Goerl den Zugang zum Rabet oder zum Karl-Heine-Park. Zudem seien an den neuralgische Querungsstellen Abstellbügel für Fahrräder installiert worden. "So können die Parkeingänge nicht mehr zugeparkt werden und zugleich verbessert sich die Sicht für Fußgängerinnen und Fußgänger."
Sicherheit für Schulkinder
Auch bei der Schulwegesicherheit habe Leipzig neue Wege beschritten: Damit die Kinder der Ida-Blum-Schule und der Kurt-Masur-Schule nebenan sicherer zum Unterricht kommen, wurden Poller und Fahrradbügel an den Kreuzungen der Bernhard-Göring-Straße installiert. Dies verbessere die Sicht und soll auch an anderen geeigneten Schulstandorten umgesetzt werden. Auch die Sperren für den Durchgangsverkehr - sogenannte Superblocks - im Leipziger Osten und die neue Fußgängerzone in der Merseburger Straße sollen für ein fußgängerfreundliche Infrastruktur in den Wohngebieten sorgen.
Was ist denn der Fußverkehrspreis? (zum Aufklappen)
- Der Verein Fuss e.V. hatte den undotierten Preis 2023 erstmals ausgelobt. Er wird alle zwei Jahre vergeben.
- 2025 wird er von der Stiftung CO₂ gefördert, dessen Schirmherrschaft der Deutsche Städte- und Gemeindetag hat.
- Für den Preis werden jeweils Kommunen gesucht, die mit frischen Maßnahmen das Gehen attraktiver machen und Kommunen beleben. Ziel ist es, sichere, barrierefreie, attraktive und grüne Wegenetze für Fußgängerinnen und Fußgänger zu schaffen.
MDR (kk)