
Sachsen Freie Wähler in Sachsen stärken Matthias Berger den Rücken - lehnen Brandmauer weiter ab
Der Bundesvorstand der Freien Wähler hat sich vom sächsischen Landtagsabgeordneten Matthias Berger distanziert. Berger darf ab sofort Logo, Namen und Erscheinungsbild der Freien Wähler nicht mehr nutzen. Grund: seine teilweise Zusammenarbeit mit der AfD. Der FW-Landesverband bleibt bei seiner Linie.
Der Landesverband der Freien Wähler in Sachsen hat sich im Streit des Bundesverbands mit dem Landtagsabgeordneten Matthias Berger hinter den Abgeordneten gestellt. Berger sei nicht Mitglied der Partei und damit auch nicht weisungsgebunden, erklärte FW-Landeschef Thomas Weidinger. "Die Landesvereinigung Sachsen wird wie mit jedem anderen kommunalen Freie-Wähler-Akteur in Sachsen auch mit Matthias Berger weiter zusammenarbeiten." Berger sitzt als Direktkandidat der Freien Wähler im Landtag.
Der Bundesverband der Freien Wähler (FW) hatte sich von Matthias Berger distanziert. Der Vorstand beschloss, dass Berger Namen, Logo und Erscheinungsbild der Freien Wähler nicht mehr für seine politische Arbeit nutzen darf. Grund sei, dass Berger eine Erklärung zum Kooperationsverbot mit der AfD nicht unterschrieben habe.
"Freie Wähler wollen Abgrenzung und keine Ausgrenzung"
Im Landtag hatte er mehrfach AfD-Anträgen zugestimmt und eine gemeinsame Pressekonferenz zum Thema Kommunalfinanzen abgehalten. Zu dem Beschluss sagte Berger MDR SACHSEN, eine gute Idee sei eine gute Idee - egal, von wem sie komme. Der Landesverband der Freien Wähler unterstützt das, lehnt aber eine strategische Zusammenarbeit mit der AfD ab.
"Allerdings grenzen wir die AfD und insbesondere die 37 Prozent der sächsischen Wählerinnen und Wähler, die diese Partei bei der vergangenen Bundestagswahl gewählt haben, nicht aus, erklärte Landeschef Weidinger. Es gehe darum, diese Wähler für die bürgerliche Mitte zurückgewinnen. Der Landesverband halte auch die sogenannte Brandmauer gegenüber der AfD nach wie vor für nicht hilfreich. Die Brandmauer habe den allseits erhofften Erfolg nicht gebracht. "Im Gegenteil: Die AfD ist hinter dieser Brandmauer sowohl in Sachsen als auch bundesweit stärker geworden."
Bis 2024 Oberbürgermeister in Grimma
Matthias Berger ist bei der Landtagswahl 2024 als Einzelkandidat mit Unterstützung der Freien Wähler Sachsen gewählt worden. Der Partei gehört er nicht an. Zuvor hatte er über zwei Jahrzehnte als Oberbürgermeister der Stadt Grimma im Landkreis Leipzig die Geschicke geleitet. Bedeutende Ereignisse während seiner Amtszeit waren die Hochwasserkatastrophen in den Jahren 2002 und 2013, die Grimma besonders stark betroffen hatten. Berger spielte eine wichtige Rolle bei den Wiederaufbaumaßnahmen und dem künftigen Hochwasserschutz der Muldestadt.
MDR (kbe/sme/cst/sth)