
Saarland Elias Kammer – Der Weltmeisterspringer aus dem Saarland
Mit zwölf Jahren ist Elias Kammer das erste Mal mit dem Fallschirm gesprungen. Zehn Jahre später holte er sich in Tschechien den Weltmeistertitel im Fallschirmspringen. SR-Reporter Max Zettler hat das saarländische Talent bei seinem Heimaturlaub besucht.
Max Zettler / Onlinefassung: Gina Schwan
Das Saarland ist eine wahre Weltmeister-Schmiede! Andreas Waschburger aus Saarbrücken glänzt bereits zum zweiten Mal als Eisschwimm-Weltmeister, und Boxer Jürgen Doberstein aus Kleinblittersdorf feierte vor kurzem den Titel im Supermittelgewicht.
Im Herbst 2024 ist noch ein weiterer Weltmeister aus dem Saarland dazugekommen – und zwar Elias Kammer aus Gresaubach, der im Fallschirmsprung zu einem der Besten der Welt wurde.
Fallschirmspringen liegt in der Familie
Bei Elias Kammer liegt das Fallschirmspringen in der Familie: "Mein Vater ist gesprungen. Mein Opa ist früher gesprungen. Ich bin auf dem Sprungplatz groß geworden. Meine Brüder springen." Nur eine Person in seiner Familie springt nicht, wie er mit einem Lachen erzählt: "Bis auf meine Mutter. Die ist da so ein bisschen ängstlich."
Das Springen ist zur Routine geworden
Was sich manche Menschen niemals antun würden und für andere eine einzigartige Erfahrung im Leben ist, macht Elias Kammer an einem guten Tag zwölf Mal. Seinen ersten Fallschirm-Sprung absolvierte er mit zwölf Jahren.
Angst hat der heute 22-jährige Gresaubacher keine mehr. Auch wenn es inzwischen mehr zur Routine geworden sei, bleibe es trotzdem aufregend für ihn, sagt Kammer: "Ich meine, man darf nicht vergessen: Man rast da halt mit Geschwindigkeiten auf die Erde zu, die den Adrenalinpegel oben halten."
Vor dem Training sei er nicht mehr extrem aufgeregt, bei Wettkämpfen sehe es da schon wieder anders aus. Das sei eine andere Drucksituation, sagt der 22-Jährige. Hier müssen die Sportler beim Zielspringen zum Beispiel aus etwa 1000 Metern Höhe auf einer Fläche so groß wie eine Pizza möglichst mittig landen.
Kammer ist der einzige Junior im Team
Elias Kammer trainiert bei der Bundeswehr in Südbayern. Von dort aus war es im Herbst nicht allzu weit zu der Fallschirmsprung-Weltmeisterschaft in Tschechien, die die erste für den 22-Jährigen war. Als einziger Junior im Team neben erfahrenen Springern habe er sich selbst sehr viel Druck gemacht, erzählt Kammer. "Dann will man natürlich performen! Man hat die Chance gefühlt nur einmal im Leben und dann will man sich beweisen."
Beim Zielspringen verliert das deutsche Team knapp gegen Katar, im Stechen gegen Frankreich springen sie jedoch alle mittig genug. Dadurch werden die fünf Sportler nicht nur Vize-Weltmeister beim Zielspringen, sondern durch die sehr guten Sprünge in den anderen Kategorien auch Weltmeister in der Mannschaftskombination. In der Einzelkategorie hat es Kammer zum fünftbesten Junior-Fallschirmspringer auf der Welt geschafft.
Für den 22-Jährigen aus Gresaubach war das Emotion pur: "Ich bin danach einfach rumgesprungen! Hab vor meinem Trainer, vor meinem Team einfach einen Rückwärtssalto gemacht, weil ich so völlig außer mir war." Losgelassen hat ihn das noch nicht: Als er sich beim Interview noch mal an den Moment erinnert, durchlebt er die Emotionen erneut: "Ich bin gefühlt gerade wieder am Zittern, wenn ich mich daran erinnere. Das war einfach mega!"
Große Ambitionen bei Militär-WM
Für die anstehende Militär-WM in Katar im Dezember hat Kammer sich eine Medaille zum Ziel gesetzt, auch wenn die Konkurrenz aus den anderen Ländern sehr stark ist. "Das wird auf jeden Fall ein sehr, sehr, sehr schwieriger Weg. Aber sag niemals nie und nie aufgeben!"
Mit Durchhaltevermögen und dem Glauben an sich selbst kann man auch die größten Herausforderungen meistern. Wer weiß, vielleicht wird der Saarländer auch bei der Militär-WM in Katar Geschichte schreiben.
Ein Thema in der "Region am Nachmittag" am 01.04.2025 auf SR 3 Saarlandwelle.