Arbeiter in der Schmiede der Saarstahl AG

Saarland "Schmerzhafter Kompromiss": Eckpunkte für Transfertarifvertrag bei Saarstahl

Stand: 03.04.2025 15:16 Uhr

Die Lage bei Saarstahl ist angespannt – deshalb sollen die Beschäftigten zeitweise auf Lohn verzichten, um langfristig Arbeitsplätze zu sichern. Das Unternehmen und die IG Metall haben sich jetzt auf Eckpunkte geeinigt.

Das Eckpunktepapier für die Zukunft der Beschäftigten bei Saarstahl steht, aber es ist "für die Belegschaft schmerzhaft". Das sagt IG-Metall-Verhandlungsführer Jörg Köhlinger zum frisch erarbeiteten Kompromiss.

Man habe "vor dem Hintergrund einer dramatischen Situation" versucht, eine Brücke in eine sichere Zukunft zu ermöglichen.

Konkret steht im Eckpunktepapier:

  • Vereinbarte Tariferhöhung von 5,5 Prozent wird mit der April-Abrechnung ausgezahlt
  • Weihnachts- und Urlaubsgeld bleiben unangetastet
  • Auszubildende werden unbefristet übernommen
  • Beschäftigte, die zum 1. Mai 2025 Mitglied der IG Metall sind, erhalten 2027 und bis zum Ende der Laufzeit drei zusätzliche Urlaubstage

Nach Angaben der IG Metall sollen Beschäftigte bis Ende 2027 weniger arbeiten und dementsprechend auch weniger verdienen. In diesem Jahr sinkt die Wochenarbeitszeit von derzeit 35 auf 32 Stunden. Das ist ein Minus von gut acht Prozent. Im nächsten Jahr sollen 33 Stunden bezahlt werden, 2027 34 Stunden.

Beschäftigte sollen in ein zusätzliches Transformationskonto 24 Schichten einbringen.

Abstimmung der IG-Metall-Mitglieder

"Wir sind dem Unternehmen entgegengekommen, weil alles andere den Verlust von Arbeitsplätzen bedeutet hätte. Aber zum Jubeln ist das nicht, deswegen werden wir die Mitglieder der IG Metall befragen, ob sie diesen Weg mitgehen können", sagte Köhlinger. Bei einem "Ja" wäre die Laufzeit bis Ende 2027.

Von Dienstag bis einschließlich Sonntag (8. bis 13. April) soll es Informationsveranstaltungen und eine Mitgliederbefragung geben. Am Montag (14. April) erfolgt die Auszählung der Befragung.

Saarstahl selbst teilte mit, dass man sich erst nach der Mitgliederbefragung äußern werde. 

Über dieses Thema berichten auch die SR info-Nachrichten im Radio am 03.04.2025 berichtet.

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