
Nordrhein-Westfalen Tyssenkrupp kündigt Liefervertrag mit HKM trotz IG Metall Protesten
Trotz der Proteste am Vormittag entschied der Aufsichtsrat von Thyssenkrupp Steel Europe AG das Ende des Liefervertrages mit HKM.
In Duisburg protestieren seit dem Vormittag rund tausend Beschäftigte der Hüttenwerke Krupp Mannesmann vor der Hauptverwaltung von Thyssenkrupp Steel. Sie befürchten, dass der Konzern den Stahl-Liefervertrag mit ihrem Arbeitgeber kündigen will. Am Abend die Gewissheit: Thyssenkrupp kündigt den Liefervertrag.
Liefervertrag soll spätestens zum 31.12.2023 gekündigt werden
Tyssenkrupp begründet den Rückzug mit dem Verfolgen eines umfassenden industriellen Zukunftskonzepts. Der Liefervertrag mit HKM solle spätestens zum 31.12.2032 gekündigt werden. Auch ziehe sich Tyssenkrupp aus dem Gemeinschaftsunternehmen zurück. Dieser Schritt habe zunächst keine unmittelbaren Folgen für den Weiterbetrieb von HKM, sagt Tyssenkrupp.
Jobangst bei Hüttenwerken: Protest gegen drohende Kündigungen

Vor der Hauptverwaltung von ThyssenKrupp in Duisburg haben sich viele Leute versammelt.
Der Entscheidung vorrausgegangen waren Proteste der Mitarbeiter. Durch die Kündigung steigt die Jobangst der rund 3.000 Beschäftigten der Duisburger Hüttenwerke weiter. Eigentlich will Thyssenkrupp seine Beteiligung an den Hüttenwerken loswerden, der Verkauf an einen Investor war jedoch vor kurzem gescheitert.
Die Gewerkschaft warnte den Aufsichtsrat vor voreiligen Entscheidungen. Hintergrund der Lieferkündigung ist, dass der Mutterkonzern Thyssenkrupp seine Stahlkapazitäten verringern und tausende Stellen abbauen will.
Vorgehen passt nicht zu Versprechen
Arbeitnehmervertreter aus dem Aufsichtsrat kritisieren die Entscheidung. Ein solches Vorgehen stehe im krassen Gegensatz zu den bislang getätigten Äußerungen von ThyssenKrupp, dass man Interesse an einem Verkauf der HKM hat.
Unsere Quellen:
- IG Metal
- Reporter vor Ort
- Thyssenkrupp