Blick auf das beschädigte Gymnasium Oesede in Georgsmarienhütte.

Niedersachsen Brand am Gymnasium Oesede: 21-Jähriger muss 1.200 Euro zahlen

Stand: 04.04.2025 14:17 Uhr

Das Amtsgericht Bad Iburg hat einen 21-Jährigen aus Georgsmarienhütte (Landkreis Osnabrück) wegen fahrlässiger Brandstiftung verurteilt. Bei dem Feuer am Gymnasium Oesede war 2024 ein Millionenschaden entstanden.

Der Jugendrichter erklärte am Donnerstag, dass die Entscheidung über die Verhängung der Strafe für ein Jahr zur Bewährung ausgesetzt wird. Wenn sich der Angeklagte in dieser Zeit nichts zuschulden kommen lässt, hat er demnach keine Konsequenzen zu erwarten. Verstößt er gegen die Bewährung, wird laut Amtsgericht nach einem Jahr erneut verhandelt. Zur Bewährung gehört den Angaben zufolge eine Zahlung von 1.200 Euro in 100-Euro-Raten an den Förderverein der Ortsfeuerwehr Bad Iburg.

Angeklagter handelte offenbar aus "jugendlichem Leichtsinn"

Staatsanwältin, Verteidiger und Richter waren sich einig, dass der 21-Jährige nach Jugendstrafrecht verurteilt werden soll. Der Angeklagte war demnach zum Tatzeitpunkt im Mai 2024 20 Jahre alt. Vor allem jedoch spreche die Tat selbst für jugendlichen Leichtsinn, sagte die Staatsanwaltschaft in ihrem Plädoyer. Der geständige Beschuldigte hatte nach einhelliger Ansicht nicht vor, die Schule in Brand zu stecken. Er hätte mit Thermit experimentieren wollen und das sei aus dem Ruder gelaufen. Als das Feuer ausbrach, sei er in Panik weggelaufen, ohne die Feuerwehr zu rufen. Hätte er das getan, wäre er wohl straflos davongekommen, wie der Richter am Donnerstag sagte.

Brandstiftung im Gymnasium: Wer zahlt den Schaden?

Das Thermit, das der junge Mann auf einer Getränkedose auf dem Schuldach angezündet hatte, löste laut Staatsanwaltschaft eine bis zu eineinhalb Meter hohe Stichflamme aus. Das Feuer breitete sich rasch aus und erfasste das zweite und dritte Obergeschoss sowie das Treppenhaus. Als die Feuerwehr eintraf, stand das oberste Stockwerk bereits in Flammen. Die Staatsanwaltschaft schätzt den Schaden auf etwa vier Millionen Euro, ein Sprecher des Landkreises schätzt den Schaden nach NDR Informationen sogar auf sechs Millionen Euro. Menschen befanden sich zur Tatzeit nicht in der Schule. Wer den Schaden bezahlt, wird voraussichtlich in einem Zivilprozess geklärt. 

Dieses Thema im Programm:
NDR Fernsehen | Niedersachsen 18.00 | 03.04.2025 | 18:00 Uhr