Bestätigt: Wolf im Kreis Konstanz gesichtet (Symboldbild).

Baden-Württemberg Bestätigt: Wolf im Kreis Konstanz gesichtet

Stand: 02.04.2025 10:39 Uhr

In Hilzingen ist ein Wolf von einer Wildkamera aufgenommen worden. Das Umweltministerium bestätigt den Nachweis. Experten vermuten, dass das Tier nur auf der Durchreise war.

Mitte März hat eine Wildkamera in Hilzingen (Kreis Konstanz) einen Wolf aufgenommen. Das Umweltministerium von Baden-Württemberg hat das nun bestätigt. Das Bild gelte als gesicherter Wolfsnachweis. Weitere Informationen zu dem Tier gebe es bisher nicht. Unklar sei auch, ob es einen Zusammenhang zu einem ebenfalls Mitte März auf der Autobahn verunglückten Tier nahe Steißlingen (ebenfalls Kreis Konstanz) gibt. Es werde noch geprüft, ob es sich dabei ebenfalls um einen Wolf handelt, so die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg.

Wolf gesichtet: Tier nur auf der Durchreise?

Experten vermuten, dass der Wolf nur durch den Kreis Konstanz durchgezogen ist. Möglicherweise war sein Ziel der Schwarzwald, heißt es. Dort wurden in den vergangenen Wochen mehrfach Wölfe gesichtet. Wildkameras haben die Tiere dokumentiert.

Schon im März des vergangenen Jahres wurde ein Wolf im Kreis Konstanz gesichtet. Fachleute der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt in Freiburg analysierten damals Fotos und Videos und bestätigten die Sichtung. Das Tier wurde bei Raithaslach, einem Stadtteil von Stockach, mitten am Tag gefilmt. Der Konstanzer Kreisjägermeister beschrieb es damals als wohlgenährt mit dickem Winterpelz. Woher der Wolf kam oder wohin er unterwegs war, blieb unklar. Fachleute prüften weitere Sichtungen aus Volkertshausen und von der Höri.

Das Umweltministerium hält die Bevölkerung auf einer eigenen Internetseite über aktuelle Wolfsnachweise auf dem Laufenden. Demnach stellen Wölfe grundsätzlich keine Gefahr für den Menschen dar. "Sie leben in sehr geringen Dichten und meiden direkte Begegnungen mit Menschen. Wölfe nehmen Menschen bereits aus großer Distanz wahr, weshalb es selten zu direkten Begegnungen kommt. Jungwölfe können jedoch neugieriger und weniger vorsichtig sein", heißt es auf der Seite.

Wie verhält man sich, wenn man einem Wolf begegnet?

Falls es doch zu einer Begegnung kommen sollte, gelte: Ruhe bewahren, Abstand halten und den Wolf nicht bedrängen, so das Umweltministerium. Wer zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sei und einem Wolf begegne, solle sich langsam zurückziehen und dabei laut sprechen. Hilfreich könne auch sein, sich groß zu machen, laut zu rufen oder in die Hände zu klatschen. Laut Umweltministerium dürfen Wölfe keinesfalls gefüttert werden, da sie sich sonst an Menschen gewöhnen und aufdringlich werden können. Haustiere sollten stets an der Leine bleiben, da Wölfe sie als Eindringlinge in ihr Revier betrachten könnten.

Sendung am Mi., 2.4.2025 8:30 Uhr, SWR4 BW Studio Friedrichshafen

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