
Ukraine Viele Tote und Verletzte bei russischem Angriff
Bei einem russischen Angriff auf die ukrainische Stadt Krywyj Rih sind nach Behördenangaben mindestens 14 Menschen getötet worden - darunter auch sechs Kinder. Raketen hatten demnach ein Wohngebiet getroffen.
Nach einem russischen Raketenangriff auf die Heimatstadt von Präsident Wolodymyr Selenskyj melden ukrainische Behörden zahlreiche Tote und Verletzte. Mindestens 18 Menschen starben den Angaben zufolge bei dem Angriff auf ein Wohngebiet in Krywyj Rih. Unter den Opfern seien auch neun Kinder, schrieb Gebietsgouverneur Serhij Lyssak auf Telegram. Mehr als 60 Menschen wurden seinen Angaben zufolge verletzt.
Der tödliche Angriff sei ein erneuter Beweis dafür, dass Russland "keine Waffenruhe will", schrieb Selenskyj im Onlinedienst Telegram. Nur internationaler Druck auf Russland und größtmögliche Anstrengungen zur Stärkung der Ukraine und ihrer Luftabwehr und Streitkräfte könnten dazu beitragen, "zu entscheiden, wann der Krieg endet".
Russland spricht von Angriff auf Soldaten
Russlands Verteidigungsministerium erklärte hingegen, mit einer Rakete eine Gruppe ukrainischer Soldaten mit ausländischen Ausbildern in Krywyj Rih getroffen zu haben. "Bei dem Angriff wurden bis zu 85 Soldaten und Offiziere aus dem Ausland sowie bis zu 20 Fahrzeuge zerstört", teilte das Ministerium auf Telegram mit.
Die Stadt Krywyj Rih im Zentrum der Ukraine wird seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges in der Ukraine regelmäßig von der russischen Armee beschossen. Zuletzt waren am Mittwoch bei einem Raketenangriff auf die Stadt vier Menschen getötet worden. Krywyj Rih liegt etwa 60 Kilometer nordwestlich der Frontlinie und zählte vor dem Krieg mehr als 600.000 Einwohner.
USA gegen "endlose Verhandlungen"
Unterdessen werden die USA in ihren Bemühungen um eine Waffenruhe in der Ukraine offenbar ungeduldig. Das berichten Nachrichtenagenturen unter Berufung auf NATO-Kreise. Demnach machte Außenminister Marco Rubio bei einem Bündnistreffen in Brüssel deutlich, dass Präsident Donald Trump die aktuelle Hinhaltetaktik von Russlands Präsident Wladimir Putin vermutlich nicht mehr lange akzeptieren werde.
Es gehe dabei eher um "Wochen als um Monate", sagte Rubio Berichten zufolge. Er betonte, Trump werde nicht in die Falle "endloser Verhandlungen über Verhandlungen" laufen. Wenn Moskau Frieden wolle, sei das großartig. Wenn nicht, müssten die USA neu bewerten, "wo wir stehen und wie wir vorgehen". Unklar blieb demnach allerdings, wie die USA in dem Fall reagieren würden, dass Putin seinen Kurs nicht ändert.