Soldaten beobachten die Bergungsarbeiten eines US-Panzers in Litauen.

Nach Übung in Litauen Panzer von vermissten US-Soldaten geborgen

Stand: 31.03.2025 10:42 Uhr

Seit Tagen werden in Litauen vier US-Soldaten vermisst, die an einer NATO-Militärübung teilgenommen hatten. Nun haben Rettungskräfte deren Panzer aus einem Sumpf geborgen. Das Schicksal der Besatzung ist jedoch weiter ungeklärt.

Der metertief in Schlamm versunkene US-Panzer ist aus dem Sumpf in Litauen geborgen. Rettungskräfte konnten nach mehreren Tagen das knapp 70 Tonnen schwere Militärfahrzeug befreien, sagte Litauens Verteidigungsministerin Dovile Sakaliene. Unklar blieb zunächst, ob sich die vier vermissten Soldaten in dem Fahrzeug befinden.

Mit Hilfe von Bergepanzern und anderem schweren Gerät konnte der M88 Hercules Bergepanzer der US-Armee aus einem sumpfigen Gewässer auf dem Truppenübungsplatz in Pabrade gehoben werden. "Um 4:30 Uhr war die Bergung abgeschlossen", sagte Sakaliene im litauischen Radio. Zuvor seien am Sonntagabend von Tauchern zwei Seile an dem Panzer befestigt worden, um ihn aus dem Schlamm ziehen zu können.

Ermittler aus den USA untersuchen Unglückspanzer

Um an den fast fünf Meter tief und unterhalb der Wasserlinie versunkenen Panzer heranzukommen, mussten die Helfer das sumpfige Areal an der Stelle trockenlegen. Tagelang pumpten sie Wasser und Schlamm ab, nachdem zuvor der sumpfartige Boden um den Bergungsort mit aufgeschüttetem Kies und Sand stabilisiert worden war.

Sakaliene sagte, gegenwärtig seien Militärpolizei und US-Ermittler vor Ort. Weitere Informationen, etwa zum Verbleib der Vermissten, könnten nur durch die US-Armee gegeben werden, betonte die Verteidigungsministerin. Die vier US-Soldaten werden bereits seit vergangenem Dienstag vermisst. Sie waren nach einer Übung, bei der sie nach US-Angaben ein geplantes taktisches Training durchführten, nicht mehr auffindbar.

Großer Gottesdienst in Vilnius

Das litauische Militär und die Polizei starteten daraufhin eine gemeinsame Suchaktion mit dem US-Militär. Diese führte schließlich zur Ortung ihres Panzers in einem Gewässer auf dem Übungsgelände. Pabrade liegt an der NATO-Ostflanke unweit der Grenze zu Belarus.

Auch sonst ist die Anteilnahme in Litauen hoch: In der Kathedrale von Vilnius gab es am Sonntag ein gemeinsames Gebet für die vermissten Soldaten. An dem öffentlichen Gottesdienst nahmen auch Soldaten der Bundeswehr teil, die in dem Baltenstaat stationiert sind.

Dieses Thema im Programm: Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 27. März 2025 um 23:33 Uhr.